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KINDER SCHÜTZEN - FAMILIEN UNTERSTÜTZEN

Sie haben Sorge um ein Kind in Ihrer Praxis oder Ihrer Beratungsstelle - was können Sie tun?

Am 01. Januar 2012 ist das Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) in Kraft getreten. Danach sind alle Berufsgruppen aus dem medizinischen, pädagogischen bzw. sozialpädagogischen Bereich, die mit Kindern und Jugendlichen Kontakt haben, aufgefordert, ein "wachsames Auge" zu haben und bei Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung verantwortungsbewusst und sorgsam zu handeln.

In Ihrer beruflichen Tätigkeit haben Sie regelmäßigen Kontakt zu Kindern, Jugendlichen, zu Eltern oder auch werdenden Eltern. Und so wird Ihnen als Ärzten oder sogenannten Berufsgeheimnisträgern mitunter sehr frühzeitig bekannt, wenn es Kindern nicht gut geht oder sogar deren Wohl in Gefahr ist. Deshalb sind Sie für den Schutz von Kindern ein wichtiger Partner.

Wenn Sie  Gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung [PDF: 278 KB] wahrnehmen, sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:

  1. Sprechen Sie mit dem Kind bzw. Jugendlichen und suchen Sie auch das Gespräch mit den Eltern.
  2. Schätzen Sie ab: Gibt es auf Ihre Wahrnehmung von den Betroffenen (Kindern, Jugendlichen, Eltern) nachvollziehbare Erklärungen.
  3. Besprechen Sie mit den Betroffenen, wie die aktuell gefährdende Situation für das Kind bzw. den Jugendlichen verbessert werden kann.
  4. Zeigen Sie den Eltern Hilfemöglichkeiten auf und wirken Sie auf die Inanspruchnahme von Hilfe hin. Treffen Sie mit den Betroffenen konkrete Absprachen!

Es ist wichtig, dass Sie Ihre Beobachtungen und Ihr weiteres Vorgehen dokumentieren. Dafür können Sie die  Dokumentationsvordrucke [PDF: 78 KB] nutzen.

Es ist nicht immer leicht einzuschätzen, ob tatsächlich eine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Für diese Bewertung können Sie Unterstützung einer  insoweit erfahrenen Fachkraft ( [PDF: 98 KB]  ) in Anspruch nehmen. Diese berät Sie sowohl in Fragen zum Verfahren als auch im Rahmen einer Fallberatung bei der Abschätzung der Gefahr. Zum Schutz der Vertrauensbasis zwischen Ihnen und Ihren Klienten bzw. Patienten sind für eine Fallberatung mit einer insoweit erfahrenen Fachkraft die Betroffenendaten immer zu anonymisieren.  

Kann durch Ihre Einflussnahme und Vermittlung die Gefährdung für das Kind bzw. den Jugendlichen nicht abgewendet werden, sind Sie befugt, ggf. auch ohne Einwilligung der Betroffenen, das Jugendamt im Rahmen einer Kinderschutzmeldung zu informieren. Über diese Informationen des Jugendamtes sind die Betroffenen vorab hinzuweisen.

  • Checkliste für die Prüfung einer Datenweitergabe ohne Einwilligung der Betroffenen [PDF: 278 KB]
  • Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz - KKG [PDF: 278 KB]


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