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Regelungen für immunisierte Personen

Klarstellung zum Genesenennachweis

Aufgrund eines Thementages zum Impfen bei einem Thüringer Radiosender erreichen das Gesundheitsamt vermehrt Anrufe zum Genesenennachweis. In der Radiosendung hat der Weimarer Infektionsepidemologe Prof. Dr. Wolfgang Pfister davon gesprochen, dass auch ein Antikörpernachweis auf eine überstandene Infektion hinweist und damit ebenso berechtigt, einen Genesenennachweis auszustellen. Ein Antikörpertest müsse daher genauso wie ein PCR-Test für einen Genesenennachweis genügen.

Das Gesundheitsamt stellt klar:

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung zu Impfungen, Tests und Infektionen rund um das Coronavirus ist wichtig und sollte auch in der breiten Öffentlichkeit diskutiert werden.

Davon unabhängig agiert das Gesundheitsamt auf Grundlage der geltenden Verordnungen. Das sind aktuell das Infektionsschutzgesetz, die Thüringer Maßnahmenverordnung und die Ausnahmeverordnung des Bundes. Sie legen auf Grundlage der Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes fest, welche Regelungen gelten. Das Gesundheitsamt hat keine Möglichkeiten, sich darüber hinwegzusetzen.

Die Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (SchAusnahmV), in der vorgegeben wird, was ein Genesenennachweis ist, stellt ausschließlich auf die PCR-Bestätigung einer Infektion mit SARS-CoV-2 ab. In § 2 Nr. 5 heißt es, dass ein Genesenennachweis ausgestellt wird, „wenn die zugrundeliegende Testung durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) erfolgt ist und mindestens 28 Tage sowie maximal sechs Monate zurückliegt". In der Begründung zur Ausnahmeverordnung wird ausgeführt: „Bei  genesenen Personen  kann  nach  dem  derzeitigen  Stand  der  wissenschaftlichen Erkenntnis und den Einschätzungen des RKI nur von einer Immunisierung von maximal  sechs  Monaten  ausgegangen  werden. Als Genesenenausweis ist ein positiver PCR-Test mit entsprechendem Datum anzusehen. Die Durchführung eines Antikörpertests reicht nicht aus, um als genesene Person zu gelten."


Der Genesenennachweis im Ilm-Kreis

Über 4500 Menschen im Ilm-Kreis erhalten in den kommenden Tagen vom Landratsamt einen Genesenennachweis, mit dem sie genauso wie geimpfte Menschen Lockerungen der Corona-Einschränkungen nutzen dürfen. „Damit kommen wir schnell und unbürokratisch, ohne Aufwand oder Kosten für die Betroffenen, der Verordnung des Landes Thüringen und des Bundes nach, die Erleichterungen für Genesene und Geimpfte zulassen“, sagt Landrätin Petra Enders.

Mit der Anpassung der Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung des Bundes vom 6. Mai 2021 sind für genesene und geimpfte Personen Erleichterungen vorgesehen. „Immer dort, wo ein negativer Test verlangt wird, werden Geimpfte und Genesene Negativ-Getesteten gleichgestellt. Für die Bürgerinnen und Bürger im Ilm-Kreis, die einen positiven PCR-Labortest haben, der mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate alt ist, werden wir den Nachweis der Genesung jetzt schnell und unkompliziert verschicken. Das betrifft derzeit mehr als 4500 Menschen, die nun einen Bescheid erhalten, mit dem sie die Dienstleistungen nutzen können, die sonst einen Negativtest erfordert hätten“, erklärt Landrätin Petra Enders. „Wir kommen damit auch den Nachfragen aus der Bevölkerung nach, die uns bis jetzt zur Ausnahmeverordnung erreicht haben.“

Ein Antrag oder eine Anmeldung für den Genesenennachweis sind nicht nötig. „Da die Coronavirus-Infektionen meldepflichtig sind, haben wir auch alle bereits Genesenen erfasst. Zukünftig werden wir positiv Getesteten mit dem Isolationsbescheid auch diesen Nachweis gleich mitsenden.“

Es ist davon auszugehen, dass Personen, die von einer Coronavirus-Erkrankung genesen oder vollständig geimpft sind, zumindest vorübergehend über einen gewissen Schutz vor einer Erkrankung verfügen. „Sie haben nun bundesweit wieder mehr Freiheiten als zuvor. Sie dürfen ohne Test zum Friseur oder den Tierpark besuchen, sich wieder mit mehr Menschen treffen, draußen Sport treiben und ohne Ausgangsbeschränkung nachts nach draußen gehen.“

Als geimpft gelten alle Menschen, die den vollen Impfschutz erreicht haben. Laut Verordnung ist dies der Fall, wenn nach der letzten erforderlichen Einzelimpfung – in der Regel nach der zweiten Impfspritze - mindestens 14 Tage vergangen sind. Als genesen gelten laut Verordnung diejenigen Menschen, die eine Coronavirus-Infektion überstanden haben - und dies mit einem positiven PCR-Labortest nachweisbar ist, der mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate alt ist.

FAQ zum Genesenennachweis

Genesenennachweis Entwurf (kann farblich abweichen)