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Klimaschutz im Ilm-Kreis

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Hitzeaktionsplan für den Ilm-Kreis 18.07.2018 


Hitzeaktionsplan für den Ilm-Kreis

Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der menschlichen Gesundheit bei Hitzeperioden

Die durch den Klimawandel verursachte globale Erwärmung hat in vielen Regionen der Welt, so auch in Deutschland, eine vermehrte Häufigkeit und Dauer von Hitzeereignissen zur Folge. Hitze kann den menschlichen Organismus gesundheitlich stark belasten und auch für das Gesundheitswesen können Hitzeperioden ein Problem darstellen. Abhilfe können hier - neben Klimaschutzmaßnahmen - gemeinsame Anstrengungen zur Prävention von Hitzeauswirkungen auf die Bevölkerung schaffen. Dabei sind Aktionspläne geeignet, um zum einen die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels, insbesondere von extremer Hitze, effizient zu kommunizieren und zum anderen ein an die Situation angepasstes Risikoverhalten zu erreichen und präventive Handlungsmöglichkeiten zu etablieren.

Dazu hat die WHO Kernelelemente und Zeithorizonte erarbeitet, u.a. hinsichtlich der Nutzung von Hitzewarnsystemen oder der langfristigen Stadtplanung.

Bezüglich spezieller Maßnahmen während akuter Hitzeperioden gilt die besondere Fürsorge den Risikogruppen, wie:

  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Isoliert lebende Menschen
  • Ältere Menschen
  • Pflegebedürftige Menschen
  • Übergewichtige Menschen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen einschließlich Demenzkranken
  • Akut fieberhaft Erkrankte

Als Maßnahmen werden empfohlen:

  1. In den eigenen Vier Wänden
    Prüfen Sie Ihre Wohnung auf mögliche Maßnahmen gegen Hitzebildung (z. B. Aufkleben von Sonnenschutzfolien auf Fenster) und klären Sie dies wenn nötig mit dem Vermieter. Außenliegende Beschattung an den Fenstern, etwa Rollläden, schützen wirksamer vor Hitze als innenliegende (z. B. Vorhänge). Lüften Sie nur frühmorgens und nachts. Tagsüber sollten Fenster, Jalousien und Vorhänge geschlossen bleiben. Verwenden Sie zur Kühlung einen Ventilator. Hängen Sie nasse Tücher auf. Wenn das Wasser verdunstet, wird die Luft gekühlt. Eingeschaltete Elektrogeräte geben ebenso Wärme ab wie manche Beleuchtungskörper – nach Gebrauch also am besten ausschalten!

  2. Die richtige Kleidung
    Tragen Sie weite, leichte und atmungsaktive Kleidung. Sie ermöglicht, dass die Luft am Körper zirkuliert. Helle Kleidung reflektiert das Sonnenlicht. Der Körperheizt sich so weniger auf als mit dunkler Kleidung. Sorgen Sie dafür, dass sich die Luft um Sie herumbewegt. Verwenden Sie einen Fächer. Schützen Sie im Freien vor allem den Kopf durch Sonnencreme, Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung, denn das Gehirn ist durch Überhitzung besonders gefährdet.

  3. Essen und Trinken bei Hitze
    Das Durstgefühl setzt erst ein, wenn bereits viel Flüssigkeit verloren wurde. Daher: stündlich ein Glas Wasser trinken – auch wenn man keinen Durst hat. Empfohlene Getränke bei Hitze: Leitungswasser, Mineralwasser, gekühlter Kräutertee, Tee mit Minzeund Zitrone. Wichtig: nicht eiskalt trinken! Meiden Sie Kaffee, stark gezuckerte und alkoholische Getränke (auch Bier!), denn sie entziehen dem Körper Flüssigkeit. Nehmen Sie leichtes, frisches und kühles Essen zu sich. Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten mit möglichst hohem Wassergehalt, z. B. Obst, Gemüse und Salat. Führen Sie dem Körper Mineralstoffe zu, denn diese verliert der Körper beim Schwitzen. Eiweißreiche Nahrungsmittel (z. B. Fleisch) meiden. Sie erhöhen die Körperwärme.

  4. Sich schonen und auf die Gesundheit achten
    Vermeiden Sie körperliche Aktivität besonderswährend der heißesten Tageszeit (etwa 11 bis 18 Uhr) und bei hohen Ozonbelastungen. Verlegen Sie Einkäufe oder Sport in die kühleren Morgen- und Abendstunden. Achten Sie darauf, dass Sie selbst und andere sich bei Hitze nicht zu lange in parkenden Autos aufhalten. Verschiedene Medikamente können bei Hitze Probleme verursachen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte frühzeitig mit dem Arzt darüber sprechen. Bestimmte Medikamente verlieren in warmer Umgebung ihre Wirksamkeit. Deshalb gilt: kühl lagern!
  5. Füreinander sorgen - besonders bei Hitze
    Achten Sie auf Ihre Nachbarn, Freundinnen, Freunde und Familienangehörigen – insbesondere, wenn diese zu einer der besonders gefährdeten Gruppen zählen und alleineleben. Die folgenden Tipps können dabei helfen, Schäden für die Gesundheit zu verhindern. Sprechen Sie mit gefährdeten Personen über Verhaltensweisen zum Gesundheitsschutz bei Hitze. Organisieren Sie tägliche Telefonate oder Besuche. Klären Sie Betreuungsmöglichkeiten durch Hilfsdienste während sommerlicher Hitzewellen. Stellen Sie die Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken sicher (z. B. durch eine Einkaufshilfe). Platzieren Sie eine gut lesbare Telefonliste mit Ansprechpersonen und Ärzten in der Nähe des Telefons der gefährdeten Person.

Erkrankungen bei Hitze - Erste Hilfe leisten

Hitze kann schwerwiegende Gesundheitsschäden hervorrufen, die bis zu einem tödlichen Hitzschlag führen können. Um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden, ist rasches Handeln erforderlich. Wenn die folgenden Symptome auftreten, rufen Sie unverzüglich den Notruf an (112):

  • wiederholtes, heftiges Erbrechen,     
  • heftige Kopfschmerzen,
  • plötzliche Verwirrtheit,
  • Bewusstseinstrübung,
  • Bewusstlosigkeit,
  • sehr hohe Körpertemperatur (über 39 Grad Celsius)  
  • Kreislaufschock,
  • Krampfanfall

Bis zum Eintreffen der Rettung können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  •  Wenn die Person nicht atmet, sollte ein erfahrener Ersthelfer Mund ‐ zu - Mund - Beatmung???? und Herzmassage einleiten.
  • Atmet die Person, ist jedoch bewusstlos, so bringen Sie sie in die stabile Seitenlage, um eine freie Atmung sicherzustellen.
  • Bringen Sie die Person an einen kühlen, schattigen Ort und legen Sie ihr kühle, feuchte Tücher auf Stirn, Nacken, Arme und Beine.
  • Fächern Sie der Person energisch Luft zu, bis der Rettungsdienst eintrifft.

V. i. S. d. P. Manuel Löffelholz, Büro Landrätin

 

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