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21.11.2025

Und wenn ich jetzt handle, rette ich mich selbst - Gegen Gewalt an Frauen

Jeden Tag wird in Deutschland eine Frau durch die Gewalt ihres (Ex-)Partners getötet. Ein Viertel aller Frauen erlebt geschlechtsspezifische Gewalt. Zu viele wissen nicht, wo sie Hilfe und Unterstützung bekommen können. Um das zu ändern, beteiligt sich auch der Ilm-Kreis an der landesweiten Kampagne gegen häusliche Gewalt anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November.

Die Kampagne, an der sich die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und die Landesgleichstellungsbeauftragte mit den regionalen Netzen gegen häusliche Gewalt beteiligen, startete am 20. November 2025 mit dem Fachtag gegen Gewalt, den der Ilm-Kreis organisierte. Der Fachtag setzt ein klares Zeichen gegen Gewalt in allen Lebensbereichen. Er dient dazu, Sichtbarkeit zu schaffen, Stille zu brechen und konkrete Handlungsmöglichkeiten vor Ort zu etablieren. "Unser Ziel ist es, Netzwerke zwischen Hilfsorganisationen, Gesundheitsdiensten, Polizei, Schulen, Jugendamt, Familienzentren sowie weiteren lokalen Akteuren zu stärken, um eine koordinierte, wirksame und frühzeitige Unterstützung zu gewährleisten", so Landrätin Petra Enders. 

In 30 Städten und Landkreisen in Thüringen finden vielfältige Aktionen statt – angefangen bei Informationsständen und Lichtinstallationen über Diskussionsrunden bis hin zu verschiedenen täglichen Aktivitäten auf Social Media. Die Landesgleichstellungsbeauftragte Nadja Sthamer betont: „‚Handle-jetzt‘ ist ein starkes Zeichen für gelebte Solidarität und Kooperation in Thüringen. Dass Land und Kommunen hier seit vier Jahren Hand in Hand arbeiten, zeigt: Wir nehmen die Umsetzung der Istanbul-Konvention ernst. Betroffene müssen ihre Rechte kennen und wissen, wo sie Unterstützung finden – das ist der Schlüssel zu einem Leben frei von Gewalt.“

Die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und die Mitglieder der lokalen Netzwerke gegen häusliche Gewalt wollen Hilfen bei Gewalt weiter optimieren und lokal bekannter machen. Die neue Kampagne 2025 „Und wenn ich jetzt handle, rette ich mich selbst“ greift die Unsicherheiten von Betroffenen auf vor Kontaktaufnahme zu einer Anlaufstelle. Die Kampagne soll über Abläufe in Beratungsstellen informieren und erklären, dass Ratsuchende nicht zu etwas verpflichtet sind, zu tun – sondern sie entscheiden, was sie tun und können dies nach einer Beratung viel planvoller und sicherer organisieren, als mit „Hals-über-Kopf-Aktionen“, die sehr gefährlich sein können.

Hintergrundinformation:
Die teilnehmenden Gebietskörperschaften an „handle-jetzt.de“ im Jahr 2025 sind zusammen mit dem Freistaat Thüringen und der Landesbeauftragten die Städte Arnstadt, Apolda, Erfurt, Eisenach, Gera, Gotha, Ilmenau, Jena, Meiningen, Mühlhausen, Nordhausen, Saalfeld, Sondershausen, Suhl, Weimar und die Landkreise Altenburger Land, Eichsfeld, Gotha, Greiz, Hildburghausen, Ilm-Kreis, Kyffhäuser-Kreis, Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt, Schmalkalden-Meiningen, Sonneberg, Sömmerda, Wartburgkreis sowie Weimarer Land. Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, wird jedes Jahr am 25. November als Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen abgehalten.
Gewalt gegen Frauen ist eine der verbreitetsten Menschenrechtsverletzungen. Sie ist ein globales Phänomen und kann überall auftreten: in jedem Land, Zuhause, im Arbeitsleben, in der Freizeit. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass mehr als 35 Prozent aller Frauen weltweit mindestens einmal im Leben Opfer sexueller oder physischer Gewalt sind.

V. i. S. d. P. Anke Roeder-Eckert, Büro Landrätin