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»Trichinenuntersuchung« von Schwarzwild ab dem 01.09.2018 wieder gebührenpflichtig 20.08.2018 


„Trichinenuntersuchung“ von Schwarzwild ab dem 01.09.2018 wieder gebührenpflichtig

Das Landratsamt gibt bekannt, dass ab dem 01.09.18 für die Trichinellenuntersuchung wieder Gebühren (12,40 €/ Probe) erhoben werden. Die Regelung gilt für alle untersuchungspflichtigen Schwarzwildkörper, die im Ilm-Kreis erlegt werden.

Damit kehrt der Landkreis wieder zu der Regelung zurück, die vor dem 05.02.18 galt. Im Rahmen einer Pressemitteilung wurde am 05.02.18 bekanntgegeben, dass die Trichinellenuntersuchung bis auf Widerruf gebührenfrei erfolgt. Diese Gebührenfreiheit war dabei an zu erwartende Maßnahmen des Landes Thüringen (Aufwandsentschädigung) geknüpft.

Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft hat nunmehr am 13.08.18 bekannt gemacht, dass ab sofort für die im Zeitraum 01.05.18 bis einschließlich 30.11.18 stattfindenden Erlegungen von Schwarzwild ein pauschaler Festbetrag von 25,00 € pro erlegtem Stück Schwarzwild beantragt werden können. Diese Aufwandsentschädigung dient anteilig auch der Deckung der Kosten der Trichinella-Untersuchung.

Ergänzung: Eine Aufwandsentschädigungsregelung wurde auch für den Einsatz von brauchbaren Jagdhunden zum Stöbern oder zur Nachsuche anlässlich jagdbezirksübergreifender Treib- und Drückjagden auf Schwarzwild eingeführt. Auch hier wird ein pauschaler Festbetrag von 25,00 € je Einsatztag und Hund gezahlt.

Die Bekanntmachung finden Sie hier:

https://www.thueringen.de/th9/tmil/wald/jagd/ASP/index.aspx

Es wird darin erläutert, unter welcher Voraussetzung und in welcher Form die Aufwandsentschädigung beantragt werden kann.

Über den oben aufgeführten link gelangen Sie auch zum Antragsformular. Diesem sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Nachweis über das Jagdausübungsrecht (Eintrag des Jagdbezirks im Jagdschein)
  • Streckenliste für Schwarzwild
  • zugehörige Wildursprungsscheine in Kopie

Grundsätzliche Hintergründe:

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) droht aktuell über Ost- und Südosteuropa nach Deutschland eingeschleppt zu werden. Verbreitet wird sie neben dem direkten Kontakt mit infizierten Tieren auch über weggeworfene Lebensmittel - etwa mit dem Virus infizierte Wildschweinschinken oder andere Schweinefleischprodukte. 90 % der befallenen Schweine sterben innerhalb von zehn Tagen. Das Virus ist für Menschen ungefährlich, bei Haus- und Wildschweinen aber verläuft die Erkrankung fast immer tödlich. Einen Impfstoff gibt es bisher nicht. Das ASP-Virus zeichnet sich durch eine große Beständigkeit aus: In kontaminierten Waldböden ist es über sechs Monate und in verarbeiteten tierischen Produkten über ein Jahr nachweisbar. Besonders problematisch wird die Situation durch den Umstand, dass das Virus nicht zwischen Wild- und Hausschweinen unterscheidet.

Daher können ausschließlich hygienische sowie solche Maßnahmen zum Einsatz kommen, die ein Verbringen infizierten Materials verhindern bzw. die Reduktion der Wildschweinbestände zur Vorbeugung und Bekämpfung haben.

Gerade die Wildschweinpopulation hat sich in den letzten Jahren erhöht. Die Anzahl der im Ilm-Kreis untersuchten Trichinenproben, die mit der Populationsstärke einhergeht, zeigt, dass die Bestandszahl deutlich gestiegen ist. Je höher die Populationsstärke an Schwarzwild, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Verbreitung des Erregers stattfindet.

V. i. S. d. P. Manuel Löffelholz, Büro Landrätin

 

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