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21.09.2026

Auf einen Plausch mit Agathe

An insgesamt 16 Stationen lud das Projekt AGATHE in den letzten Tagen und Wochen Menschen in Thüringen dazu ein, ins Gespräch zu kommen und sich über die Unterstützungsmöglichkeiten vor Ort zu informieren. Auch in Ilmenau. Und viele kamen, um auf der AGATHE-Plauderbank Platz zu nehmen.

Es war einer der ersten kühleren Tage, als die dunkelblaue AGATHE-Plauderbank des Thüringer Sozialministeriums am Wetzlarer Platz am 18. September aufgestellt wurde. Kleinere Regenschauer und kühler Wind wechselten sich ab. Doch die AGATHE-Fachberaterinnen des Ilm-Kreises rund um Projektkoordinatorin Christiane Herrmann waren gut vorbereitet. Sie schenkten heißen Tee und Kaffee aus und waren so ganz schnell im Gespräch mit älteren Menschen, die auf dem Wochenmarkt einkauften. Aber auch viele jüngere Leute blieben stehen und wollten mehr über die Plauderbank und das Projekt erfahren.

So wurde die Bank trotz des ungemütlichen Wetters schnell zu einem Ort der Begegnung. Ein kurzer Halt, ein warmer Kaffee, ein paar persönliche Worte – manchmal braucht es gar nicht viel, damit aus einem flüchtigen Moment ein echtes Gespräch entsteht. Gerade für Menschen, die im Alltag nicht immer jemanden haben, der zuhört, bedeutet das viel.

Ursula Fuchs, Brigitte Wallendorf und Ursula Rozycki nahmen wie viele andere gern auf der Bank Platz. Neu ist den drei Seniorinnen in den Siebzigern das Programm aber nicht. Vor zwei Jahren haben sie die AGATHEN auf dem Seniorensommerfest des Ilm-Kreises kennengelernt, verraten die Ilmenauerinnen. Seitdem sind sie Fans des Projekts, das ältere Menschen dabei unterstützt, soziale Kontakte zu erhalten, neue zu knüpfen oder zu helfen, wenn es Probleme im Alltag gibt und Unterstützung gebraucht wird – alles mit dem Ziel, selbstbestimmt älter zu werden und den Ruhestand so lange wie möglich im eigenen Heim verbringen zu können.

Denn AGATHE bedeutet auch da zu sein, wenn jemand Fragen hat, zuzuhören, wenn Sorgen ausgesprochen werden möchten und gemeinsam nach einer Lösung suchen, wenn etwas allein plötzlich schwierig erscheint. Dabei geht es nicht nur die Vermittlung praktischer Unterstützung, sondern auch um Nähe, Aufmerksamkeit und das gute Gefühl, nicht allein zu sein.

Auch hier in Ilmenau hatten die AGATHE-Fachberaterinnen wieder ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Seniorinnen und Senioren, angefangen von der Hausarztversorgung bis hin zur Vorsorge für den Notfall. Viele kamen aber auch einfach nur auf einen kurzen Schwatz vorbei, um Hallo zu sagen, sich zu bedanken. Man merkte schnell: Zwischen den AGATHEN und den Menschen im Ilm-Kreis ist längst Vertrauen gewachsen. Die Plauderbank war deshalb nicht nur ein Informationsangebot, sondern auch ein Wiedersehen mit guten Bekannten.

Schließlich gehören die AGATHEN des Ilm-Kreises zu den ersten, die sich dem Projekt des Thüringer Sozialministeriums anschlossen. Das war 2021, damals waren sie noch zu zweit. Schnell zeigte sich jedoch, dass der Bedarf groß ist. Inzwischen sind vier Fachberaterinnen im Ilm-Kreis unterwegs. Koordiniert wird das Projekt von Christiane Herrmann vom Kommunalen Senioren- und Pflegeinformationszentrum des Ilm-Kreises.

Bild vergrößern: Agathe-Plauderbank
AGATHE-Fachberaterin Sabrina Haase (links) und Projektkoordinatorin Christiane Herrmann (rechts) mit drei Seniorinnen auf der AGATHE-Plauderbank in Ilmenau.

V. i. S. d. P. Anke Roeder-Eckert, Büro Landrätin