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24.08.2020

Überraschende Ergebnisse der Neustadt-Studie

„Es war ein richtiger Schritt, eine solche Studie auf den Weg zu bringen und Politik und Wissenschaft dafür zu interessieren. Es wäre fatal gewesen, eine so hervorragend geeignete Situation, wie wir sie in Neustadt vorfinden, nicht zu nutzen, um aus der Corona-Krise für die Zukunft lernen“, so Petra Enders.

Während der damals verhängten zweiwöchigen Quarantäne (22. März bis 5. April 2020), die für alle, besonders aber für die Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes Neustadt, eine schwierige Situation war, konnten Infektionsketten unterbrochen und die Ausbreitung des Corona-Virus eingedämmt werden. „Für Studienzwecke ist Neustadt deshalb so interessant, weil wir quasi durch die Quarantäne Bedingungen wie in einem Labor hatten – einen abgeschlossenen, klar definierten Untersuchungsraum, der nicht verlassen werden durfte. Hinzu kommt, dass durch die umfassenden Abstriche fast aller Bürgerinnen und Bürger in Neustadt vor Aufhebung der Quarantäne, eine fast lückenlose Datenlage vorlag, die in dieser Weise absolut einzigartig ist und uns von anderen untersuchten Orten unterscheidet“, sagt die Landrätin.

Von der wissenschaftlichen Auswertung der Daten und den durchgeführten Tests erwartet sie wertvolle, fundierte Erkenntnisse, die helfen, die Corona-Krise erfolgreich zu bewältigen und für die Zukunft gerüstet zu sein. Erste Ergebnisse liegen nun vor. Bei der Untersuchung der Menschen auf Antikörper, war diese bei etwa der Hälfte der Infizierten nicht nachweisbar. Das wiederum bedeutet im Umkehrschluss, dass man vermutlich auch bei einem negativen Antikörpertest eine vorherige Infektion mit dem Corona-Virus nicht ausschließen kann. Auch die Frage der Immunität nach einer Infektion stellt sich damit neu.

Landrätin Enders: „Ich bin zwar keine Wissenschaftlerin, aber eine Frage stellt sich mir, besonders nach den ersten Erkenntnissen, dann doch: Welche Rolle spielt die genetische Veranlagung eines Menschen? Beeinflusst sie, ob der Virus im Körper befindlich sein kann, ob Symptome auftreten und damit die Krankheit ausbricht, ob der Verlauf der Krankheit leicht oder schwer ist? Solche Erkenntnisse, könnten den Umgang mit dem Virus einfacher machen. Wir könnten gezielte und konkrete, auf bestimmte Bereiche oder Personengruppen zugeschnittenen Maßnahmen zur Bekämpfung und Eindämmung ergreifen. Möglicherweise lässt sich ein nochmaliges Lahmlegen des gesamten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens verhindern. Uns allen ist klar, ein erneuter Lockdown wäre nur schwer verkraftbar und dessen Folgen sind nicht ansatzweise abzuschätzen.“ Das Corona-Virus bleibt unberechenbar. Im Herbst soll es weitere Studienuntersuchungen in Neustadt geben. „Das unterstütze ich ausdrücklich!“