6. Europäische Impfwoche vom 23. bis 30. April 2011
Eine Reihe von Krankeitsausbrüchen in jüngster Zeit hat uns vor Augen geführt, dass impfpräventable Krankheiten vor Ländergrenzen nicht Halt machen.
Deshalb wurde der Schwerpunkt der 6. Europäischen Impfwoche 2011 vom 23. April bis 30. April 2011 unter den Slogan "Gemeinsame Lösung gegen gemeinsame Bedrohungen" gestellt.
Alle Länder der Region Europa sind aufgefordert, sich an der WHO-Impfwoche zu beteiligen. Während 2005 nur 9 Länder am Pilotprojekt teilnahmen, nehmen dieses Jahr bereits 47 Staaten teil. Von Irland im Westen bis nach Tadschikistan im Osten finden zahlreiche Veranstaltungen statt.
Auch in Deutschland und in Thüringen gibt es immer wieder Ausbrüche von Erkrankungen, die durch Impfungen vermeidbar gewesen wären. Insbesondere ungeimpfte oder unvollständig geimpfte Bürger, sollen daher Zielgruppe der Bemühungen aller Akteure im Gebiet Impfen sein. Leider unterschätzen manche Eltern deutlich das Risiko von Komplikationen der Erkrankungen, gerade weil die Häufigkeit dieser Infektionen durch Impfungen abgenommen hat.
Auch in Thüringen traten im letzten Jahr Krankheitshäufungen insbesondere durch Keuchhusten und Windpocken auf. Der Ilm-Kreis verzeichnete neben diesen Krankheiten auch Influenza und Rotaviren, welche besonders für Säuglinge und Kleinkinder lebensbedrohlich sein können.
Im Gesundheitsamt im Ilm-Kreis liegen aktuell Faltblätter zur Aufklärung über öffentlich empfohlene Schutzimpfungen und Reiseimpfungen aus. Insbesondere auch die Kinder- und Hausärzte bieten Impfungen an. Informationen geben Ärzte und Apotheker zu allen empfohlenen Schutzimpfungen.
Lassen Sie sich beraten!
Der Schwerpunkt der Impfwoche liegt bei der Impfung gegen Masern-Mumps-Röteln-Varizellen sowie weiterhin impfpräventablen Krankheiten im Kinder- und Jugendalter wie z. B. Meningokokken C, Hepatitis B, Pertussis sowie der HPV-Impfung (Gebährmutterhalskrebs verursachende Viren) bei Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren.
Die MMR- Impfung (Mumps, Masern, Röteln) ist gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Erfüllung des Masern-Eradikationsprogrammes der WHO, dass bis 2015 abgeschlossen sein soll. Seit 2009 darf nicht mehr als eine Masern-Erkrankung pro 1 Mio. Einwohner auftreten, dieses Ziel wird derzeit deutschlandweit noch nicht erreicht, in Thüringen ist es seit 2009 erfüllt.
In Thüringen steht auch 2011 die Hepatitis B-Impfung Jugendlicher im Mittelpunkt der Impfwoche. Schuluntersuchungen der 8. Klassen im Schuljahr 2001 / 2002 in Thüringen ergaben, dass lediglich 48,8 % der Schüler einen vollständigen Impfschutz gegen Hepatitis B hatten. Analoge Untersuchungen im Schuljahr 2009 / 2010 in dieser Altersgruppe zeigten, dass sich der Anteil auf 75 % verbesserte, dennoch bleibt das Ergebnis noch weit hinter dem angestrebten Ziel von 95 % zurück. Damit sind auch weiterhin große Anstrengungen erforderlich, um bei Jugendlichen das Interesse für Impfungen bzw. für einen vollständigen Impfschutz zu erhöhen.
Auswertungen von August 2010 - April 2011 der Achtklässler im Ilm-Kreis weisen Impflücken bei HiB (44,63% der Schüler sind vollständig geimpft) und bei Polio (65,73% der Schüler sind vollständig geimpft) auf. Eine gute Durchimpfungsrate ist bei den impfpräventiven Krankheiten Röteln, Masern und Mumps mit 86,25% sowie bei Tetanus und Diphtherie mit 83,80% gegeben. Keuchhusten erreicht mit 91,71% vollständig geimpften Achtklässlern die beste Durchimpfungsrate im Ilm-Kreis.
Die Impfwoche bietet eine gute Gelegenheit, den eigenen Impfstand aller zu überprüfen. Neben der Tetanus-, Diphtherie- und Pertussis-Impfung gibt es weitere Impfungen gegen andere schwere Infektionskrankheiten (z. B. gegen FSME, Pneumokokken, Influenza), die auch für Erwachsene von großer Bedeutung sind. Seit der Änderung der letzten Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) ist auch eine Masernimpfung für alle nach 1970 geborenen Bürger empfohlen, die noch keinen ausreichenden Impfschutz haben oder deren Impfschutz unbekannt ist.
Bitte machen Sie auch Ihre Familie auf die Impfwoche aufmerksam und nutzen Sie die Gelegenheit vom 23.-30. April bei Ihrem Hausarzt.
Beratung und Informationen erhalten Sie im Gesundheitsamt des Ilm-Kreises, Ritterstraße 14 in 99310 Arnstadt.
Weitere Informationen finden Sie auch unter: http://www.impfportal-thueringen.de
V. i. S. d. P. Manuel Löffelholz, Pressesprecher