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28.04.2020

Aktuelle Fallzahlen im Ilm-Kreis, 28.4.2020, Studie in Neustadt

Zu den Fallzahlen im Ilm-Kreis gibt es zum Vortag keine Veränderung. Weiterhin sind dem Gesundheitsamt 121 bestätigte Fälle bekannt. 96 von ihnen gelten als genesen, vier sind verstorben. So bleiben 21 Fälle und ihre Kontaktpersonen in Quarantäne. In den Ilm-Kreis-Kliniken werden ein bestätigter Fall und sechs Verdachtsfälle isoliert behandelt. Keiner von ihnen bedarf einer intensivmedizinischen Betreuung.

Studie in Neustadt – Aus der Krise für die Zukunft lernen

Mit einer Studie zur Quarantänemaßnahme in Neustadt möchte ein interdisziplinäres Wissenschaftsteam des Uniklinikums Jena die Ergebnisse und die Daten der Abstriche und Fälle auswerten. „Das Wissenschaftsministerium hat die Gelder für diese Studie zugesagt. Im Landratsamt haben wir die ersten vorbereitenden Gespräche geführt. Aus der damaligen, angespannten Situation können wir nun wissenschaftliche Erkenntnisse ziehen, das Virus zu verstehen und für die Zukunft zu lernen“, sagt Landrätin Petra Enders.

In einem ersten Vorbereitungsgespräch haben Landrätin Petra Enders, der wissenschaftliche Leiter der Studie, Prof. Dr. Mathias Pletz, sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. med. Sebastian Weis, Dr. Renate Koch und Dr. Katrin Hoppe vom Gesundheitsamt sowie der Beigeordnete Kay Tischer Anfang der Woche erste Absprachen für eine Studie zu den Ergebnissen der Quarantäne getroffen. Landrätin Petra Enders: „Uns geht es als Landratsamt um eine wissenschaftliche Auswertung der von unserem Gesundheitsamt und von Dr. Matthias Ullrich erhobenen Daten. Wir haben in Neustadt in der zweiwöchigen Quarantäne vom 22. März bis 5. April 2020 quasi Bedingungen wie im Labor gehabt. Durch die umfassenden Abstriche in der zweiten Woche der Quarantäne haben wir eine fast lückenlose Datenlage, die in dieser Weise einzigartig ist. Dafür danke ich auch den unermüdlichen Helferinnen und Helfern in Neustadt, die das Gesundheitsamt und Dr. Ullrich stets unterstützt haben.“

Nun sind die NeustädterInnen ein weiteres Mal gefragt. „Ich bitte Sie, unterstützen Sie das wissenschaftliche Team des Uniklinikums Jena. Für Sie alle war die Quarantäne in Neustadt eine schwierige Situation. Sie alle befanden sich in einer denkbar angespannten Lage. Jetzt haben wir die Chance, aus dieser Krise für die Zukunft zu lernen und etwas Positives zu bewirken.“

Das wissenschaftliche Team des Uniklinikums Jena wird nun die Aufgaben- und Zielstellung erarbeiten. Das Gesundheitsamt und Dr. Matthias Ullrich stehen ihm dafür zur Seite. „Angedacht sind in Neustadt dann unter anderem Antikörpertests, die auch dabei helfen können, genauere Strategien für solch pandemische Lagen zu entwickeln.“

Zum damaligen Zeitpunkt musste Neustadt am 22. März 2020 unter Quarantäne gestellt werden, weil sechs der elf Fälle im Ilm-Kreis dort aufgetreten waren. Zu den sechs Fällen gehörte ein großer Kreis an Kontaktpersonen und ein schwerer Verlauf, der beatmungspflichtig in Suhl eingeliefert wurde und dort im SRH Klinikum verstarb.

Die Quarantäne dauerte zwei Wochen an. In dieser Zeit stieg die Zahl der positiven Fälle weiter, die Zahl der Kontaktpersonen aber hielt sich durch die Quarantäne in Grenzen. Um die verordnete Quarantäne wieder aufheben zu können, wurden ab dem 2. April umfassende Abstriche gemacht. Zum Ende der Maßnahmen waren in dem Ort 51 bestätigte Fälle und insgesamt 111 Personen weiter in Quarantäne.

„Mit der Quarantäne konnten wir die Infektionsketten durchbrechen, den Kreis der Kontaktpersonen massiv einschränken und eine stärkere Ausbreitung verhindern. Betroffen waren Menschen jeder Altersspanne, von jung bis alt. Bestätigte Fälle zeigten oft keine oder nur leichte Symptomatiken einer Erkrankung. Andere infizierten sich, obwohl sie angaben, zu niemandem Kontakt gehabt zu haben. All das muss wissenschaftlich aufgearbeitet werden. Nur so lernen wir mehr über das Coronavirus, seine Infektionswege und über unsere Strategien, es einzudämmen.“

Landratsamt Ilm-Kreis, Ritterstraße 14, Arnstadt

V. i. S. d. P. Doreen Huth, Büro Landrätin