BOSCH BLEIBT!
Kundgebung der IG Metall zum Erhalt der 103 Arbeitsplätze bei Bosch Arnstadt
Unter dem Motto „Bosch bleibt!“ haben sich heute mehr als 200 Metallerinnen und Metaller in Arnstadt versammelt und gegen die Pläne des Konzerns protestiert, die Produktion zum Monatsende einzustellen. Der Bosch-Konzern plant die 103 Beschäftigten am Standort mit dem Monatswechsel bezahlt nach Hause zu schicken. Unterstützt wurden die Kolleginnen und Kollegen in ihrem Protest durch Delegationen von Bosch-Beschäftigten aus Hildesheim, Braunschweig, Salzgitter, Göttingen, Köln und dem Mutterwerk in Ansbach. Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und die Landrätin des Ilm-Kreises Petra Enders stellten sich an die Seite der Beschäftigten.
Als weitere Hauptrednerin sprach die Vorsitzende des Konzernbetriebsrats Kerstin Mai zu den Teilnehmenden. Thüringens Ministerpräsident Ramelow hat sich mit einer Videobotschaft an die Kolleginnen und Kollegen gewandt und seine Unterstützung angeboten. Weitere Unterstützung erhielten die Boschlerinnnen und Boschler von den Betriebsräten am Erfurter Kreuz, die sich ebenfalls solidarisch an ihre Seite stellen.
Kirsten Joachim Breuer, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall in Erfurter, macht klar: „Wir werden hier in Arnstadt durch eine Welle der Solidarität getragen und dies gibt uns Kraft und einen langen Atem. Bosch ist ein Name in der Region. In der Auseinandersetzung um den Erhalt der Arbeitsplätze nimmt Bosch bewusst in Kauf, dass der gute Ruf der Marke durch das Hinterlaufen von Gesetzen und Tarifverträgen erheblichen Schaden nimmt. Die Arbeitsverträge der Kolleginnen und Kollegen laufen mindestens noch bis zum Ende des nächsten Jahres. Es ist die Pflicht des Konzerns sich an die Verträge mit seinen Beschäftigten zu halten und für Beschäftigung zu sorgen. Menschen sind keine Möbelstücke und wir lassen uns nicht in die Abstellkammer schieben und langsam aushungern!“
Thüringens Wirtschaftsminister Tiefensee appellierte an den Bosch-Konzern und sagte: „Das Erfurter Kreuz entwickelt sich dank des Engagements der Landesregierung und der ansässigen Unternehmen gerade wieder zu einem bedeutenden Technologie- und Industriestandort. Wir sind froh über diese Entwicklung, denn mit der Aufgabe der 2.000 Arbeitsplätze in der Solarproduktion hatte Bosch der Region einen schweren Schlag versetzt. Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Konzern sich nun nahezu komplett aus der Region verabschieden will und vom Potenzial der Region und ihrer Menschen nicht profitieren will. Die Konzernzentrale ist aufgefordert die Standortentscheidung schnell zu revidieren. Die gesamte Landesregierung steht mit dem Wirtschaftsministerium an der Seite der Beschäftigten und bietet ihre Hilfe bei einem Neustart an. Unser gemeinsames Ziel muss der Erhalt der Arbeitsplätze und die Sicherung der Beschäftigten sein.“
Petra Enders, Landrätin des Ilm-Kreis, betonte ihren Unmut über das Vorgehen des Konzerns: „Nachdem die Entscheidung im Sommer zuerst über die Medien kommuniziert wurde und nicht zuerst mit den Betriebsräten und der IG Metall nach Lösungen gesucht wurde, war nun wirklich genug Zeit mit allen Akteuren in der Region ins Gespräch zu kommen. Die sehr früh ausgesprochene Einladung des Landkreises hierzu wurde schlichtweg ignoriert. Das ist kein guter Stil für einen Weltkonzern. Es bleibt dabei, Bosch muss jetzt endlich mit allen Akteuren an einen Tisch kommen und ergebnisoffen nach einer Lösung im Interessen der Region und ihrer Menschen suchen.“
Kerstin Mai, Vorsitzende des Konzernbetriebsrates der Bosch Gruppe, stellt zur Kundgebung klar: „Es ist das erklärte Ziel des Konzerns im Bereich der Zulieferbetriebe in den nächsten Jahren den Umsatz zu verdoppeln. Dies wird nicht funktionieren, wenn man gleichzeitig die Beschäftigtenzahlen halbiert. Der Gesamtbetriebsrat des Konzerns hat zusammen mit der IG Metall zu dem heutigen Aktionstag mit Kundgebungen in Arnstadt, München und Bühl bei Stuttgart aufgerufen, weil wir im Konzern eine geschlossene Bank der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertreten. Beim Bosch kämpft keiner für sich allein, nicht in Bayern, nicht in Baden-Württemberg und erst recht nicht in Arnstadt. Die Unterstützung der anderen Bosch-Standorte zu diesem Aktionstag ist nur der Auftakt zu einer Welle der Solidarität und des Protestes, die die Schillerhöhe, die Konzernzentrale, längst erreicht hat. Wir werden gehört! Jetzt muss der Vorstand nur noch verstehen, dass wir noch viel lauter werden können und dies auch ganz klar verabreden werden.“
V. i. S. d. P. Anke Roeder-Eckert, Büro Landrätin