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04.05.2009

Bisher keine Verdachtsfälle der "Schweinegrippe" in Thüringen

Seit über 1 Woche erreichen das Gesundheitsamt zunehmend Meldungen über Verdachtsfälle bzw. bestätigte Fälle einer durch einen neuen Virustyp verursachten Influenza, insbesondere aus Mexiko. Inzwischen hat das Virus auch Deutschland erreicht. Aktuell sind 8 Menschen nachweislich mit dem Virus A/H1N1 erkrankt; Thüringen ist bisher nicht betroffen.

Die Symptome sind ähnlich der saisonalen Influenza, v. a. Fieber, Atembeschwerden und Gliederschmerzen. In Mexiko gab es eine Reihe von Todesfällen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat inzwischen das A/H1N1-Virus als gesundheitliches Risiko von internationaler Bedeutung eingestuft und die 5. von 6 möglichen Pandemiewarnstufen aufgerufen. Das heißt, es gibt große, aber noch immer vereinzelte Häufungen von Infektionen mit örtlich begrenzten Mensch-zu-Mensch-Übertragungen, was nahelegt, dass das Virus zunehmend besser an den Menschen angepasst ist. Es kommt jetzt darauf an, die Ausbreitung des Virus einzudämmen oder zu verzögern, die notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen zu treffen und Zeit für die Entwicklung eines Impfstoffes zu gewinnen. Eine vergleichbare Einstufung gab es beim Auftreten von SARS 2003.

Von den 8 bestätigten Krankheitsfällen in Deutschland handelt es sich bei 2 Fällen um Folgeübertragungen, deren Epidemiologie gegenwärtig durch zwei Spezialisten des Robert-Koch-Instituts untersucht wird. Mit weiteren Erkrankungen auch in Deutschland muss gerechnet werden, da das Virus gut übertragbar ist. Bezüglich des Schutzes des medizinischen Personals greifen die bestehenden Empfehlungen, wie bei Influenza üblich. Der bisherige Verlauf der Krankheitsfälle zeigt eine gute medikamentöse Behandelbarkeit.

Die WHO betont, dass die meisten Staaten weltweit noch nicht betroffen sind von der neuen Grippe.
Die gegenwärtige Entwicklung im Infektionsgeschehen trifft Deutschland und auch Thüringen nicht unvorbereitet. Bund, Länder, Landkreise und kreisfreie Städte, Kommunen und Einrichtungen haben Pandemiepläne erarbeitet, die Maßnahmen, Aufgaben und Handlungsempfehlungen enthalten und die wissenschaftlichen Zusammenhänge der Pandemieplanung erläutern.
Gegenwärtig muss sich auch Thüringen darauf einstellen, dass Fälle der Influenza A/H1N1 durch Reisende eingeschleppt werden. Für diesen Fall sind Maßnahmen ergriffen.

Zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und den Ländern hat das Robert-Koch-Institut die bestehenden Empfehlungen zum Vorgehen in solchen Situationen an die aktuelle Situation angepasst und den Gesundheitsämtern, Krankenhäusern und Ärzten zur Verfügung gestellt.

Generell besteht kein Grund zur Panik. Für die Bevölkerung wird vom RKI derzeit keine allgemeine Gefährdung durch die neue Influenza gesehen.
Prinzipiell empfohlene persönliche Hygienemaßnahmen, wie Händewaschen, sollten aber besonders beachtet werden, vor allem bei Kontakt zu Reiserückkehrern aus betroffenen Regionen.
Richtiges Händewaschen bedeutet mehrmals täglich 20 bis 30 Sekunden mit Seife, auch zwischen den Fingern. Es sollte vermieden werden, Mund, Nase oder Augen mit den Händen zu berühren, weil auf diesem Weg Viren von den Händen über die Schleimhäute in den Körper gelangen können. Beim Husten und Niesen sollte Abstand zu anderen Personen gehalten werden. Auf keinen Fall sollte in die Hand geniest werden, die Benutzung von Einmaltaschentüchern ist angeraten.

An der "neuen Grippe" kann man derzeit nur erkranken, wenn man entweder in einem Risikogebiet (derzeit Mexiko) war oder wenn man Kontakt zu infizierten Menschen hatte, die kürzlich aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind.
Auf eine Grippe weisen plötzliches hohes Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Husten und Gliederschmerzen hin. Wenn man sich krank fühlt, sollte man telefonisch mit dem Hausarzt einen Termin vereinbaren, um ein Ansteckungsrisiko im Wartezimmer zu vermeiden.
Verzichtet werden sollte auch bei Erkrankung auf Körperkontakt, wie Umarmen, Küssen usw.
Geschlossene Räume sollten mehrmals täglich gelüftet werden. Dadurch wird die Zahl der Viren in der Luft verringert und ein Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute verhindert.

Für Fragen aus der Bevölkerung stehen neben dem Gesundheitsamt am Infotelefon des Thüringer Landesamtes für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz von montags bis freitags in der Zeit von 8:00 bis 17:00 Uhr Fachleute zur Verfügung (Rufnummer: 0361 37-743099).
Darüber hinaus steht allen Bürgerinnen und Bürgern auch die Hotline des Robert-Koch-Institutes in Berlin zur Verfügung.
030 187544161 (Montag bis Freitag 8:00 bis 18:00 Uhr)

Vertreter der Medien können sich - wie bisher - an die Pressestelle des Thüringer Sozialministeriums (ständige Erreichbarkeit) wenden.

Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit
Pressestelle, Werner-Seelenbinder-Straße 6, 99096 Erfurt
Telefon: 0361 37-98730
Fax: 0361 37-98874
Antworten auf aktuelle Fragen zur "Schweineinfluenza" A/H1N1 finden sie auch auf der Internetseite des Gesundheitsamtes.

Aktuelle Informationen sind auf der Internetseite des Robert-Koch-Institutes einsehbar.
www.rki.de

V. i. S. d. P. M. Löffelholz

Informationstelefon für Bürger eingerichtet