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20.02.2009

Der Ilm-Kreis erhält Stiftungspreis Landschafft 2009

In der Pressekonferenz der Stiftung Kulturlandschaft am 20. Februar wurde der Ilm-Kreis als Preisträger des Preises "Landschafft! 2009" ausgezeichnet.
Die Stiftung setzt sich ein für die Erhaltung und Entwicklung des Landlebens im Hinblick auf seine gesamtgesellschaftliche Bedeutung, unter Einbeziehung der städtisch geprägten Gebiete und der dort lebenden Menschen.
Die beiden Hauptziele der Stiftung liegen in der Erhaltung und Förderung der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft mit ihren charakteristischen Landschaftsbildern, mit ihrer Biotop- und Artenvielfalt, ihrer Lebensqualität, ihren ökologischen und ökonomischen Funktionen. Und der Stabilisierung und Aufwertung des Lebens auf dem Lande durch die Förderung einer ökologisch und ökonomisch tragfähigen Wirtschaft sowie intakter sozialer und kultureller Strukturen auf dem Lande.

Zu diesem Zweck wird jedes Jahr eine Region Deutschlands mit dem Preis Landschafft ausgezeichnet, die ihre schützenswerte, ländlich geprägte Kulturlandschaft mit einer zukunftsträchtigen Wirtschaft und lebenswerten, sozialen Strukturen vereint.

Der diesjährige Preisträger, der Ilm-Kreis, ist ein Landkreis in der Mitte von Thüringen. Die Landschaft reicht vom Südrand des Thüringer Beckens über die reich bewaldeten, von Flusstälern durchschnittenen Vorberge des Thüringer Waldes bis zum Gebirgsmassiv mit den höchsten Bergen des Thüringer Waldes, dem Großen Beerberg mit 982 Meter und dem Schneekopf mit 978 Meter Höhe. Fruchtbare Böden im Norden und Westen sowie eine attraktive Mittelgebirgslandschaft im Süden vervollständigen das interessante Profil des Ilm-Kreises.
Der südliche Teil des Ilm-Kreises ist mit seinen ausgedehnten Waldflächen im Wesentlichen durch den Wirtschaftszweig Tourismus geprägt. Ca. 43 Prozent der Fläche des Landkreises sind forstwirtschaftlich genutzt und der Wald dient außerdem der Holzproduktion. Die beiden größten Städte des Kreises sind im Norden Arnstadt und im Süden Ilmenau.

Als Region, die sowohl über eine vielgestaltige und schützenswerte Landschaft, aber gleichzeitig auch über eine wachsende Wirtschaft und intakte soziale Strukturen verfügt, ist der Ilm-Kreis ein exzellenter Lebens- und Arbeitsraum für Jung und Alt.

Mit den bisher erfolgten Industrieansiedlungen am Erfurter Kreuz wurde eine optimale Branchenvielfalt an produzierendem Gewerbe erreicht, welche Synergien erzeugt. Eine Besonderheit dieser Industriegroßfläche besteht darin, dass vier der hier angesiedelten Unternehmen in der Solarbranche tätig sind, darunter eines, welches sich mit einer neu entwickelten Dünnschicht-Photovoltaik-Technologie in Zusammenarbeit mit Forschern aus aller Welt beschäftigt. In der im Bau befindlichen Produktionsstätte werden die solar panels gefertigt, die im Masdar-Projekt in Abu Dhabi (Errichtung einer NullEmmissions-Stadt) zum Einsatz kommen.

Die schulische Bildungslandschaft ist so strukturiert, dass "Schule vor Ort" als lokales Bildungsangebot ermöglicht wird. Ausbildung und wissenschaftliche Arbeit an der TU Ilmenau stehen seit jeher in engem Kontakt zur Praxis. Durch das Zusammenwirken der TU Ilmenau, der Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft über die Transferstellen, zeichnet sich der Wirtschaftsstandort durch die schnelle Praxiswirksamkeit der Forschungs- und Entwicklungsergebnisse aus.

Nicht nur durch sein reiches Kulturerbe, das geprägt ist durch das Wirken der beiden Persönlichkeiten Johann Sebastian Bach und Johann Wolfgang von Goethe, sondern durch seine hervorragende Lage (Thüringer Wald), ist der Landkreis für Touristen und Tagesbesucher ein attraktives Ziel. Seine vielfältige Naturlandschaft lädt Touristen und Bewohner zum Erholen ein. Vier großflächige Naturraumtypen prägen die Landschaft und bieten den Tier- und Pflanzenarten sehr unterschiedliche Lebensbedingungen.
Viele Museen, Galerien und Ausstellungsorte laden als Dauerausstellung aber auch zu kulturellen Höhepunkten ein. Zu den bemerkenswertesten Museen des Kreises gehört das Museum im Neuen Palais Arnstadt, das mit seiner Puppensammlung "Mon Plaisir" einmalig in Europa ist.

Der Kreistag des Ilm-Kreises bekannte sich 1997 mit Beschluss zu den Zielen der Agenda 21 und in der Folge mehrfach zu verschiedenen Teilvorhaben. Maßnahme- und Aktionsprogramme werden stetig weiterentwickelt und fortgeschrieben. Inzwischen kann der Ilm-Kreis einer Reihe gelungener Projekte vorweisen. Stellvertretend genannt werden hier die Auszeichnung mit einem 1. Platz im "Thüringer Wettbewerb zur Umsetzung der Agenda 21 unter der Teilnahme von KMU" im Jahre 2001, die "Woche der erneuerbarer Energien im Ilm-Kreis" und der "Umwelt- und Erlebnismarkt Arnstadt", die beide jährlich unter dem Dach der Regionalen Agenda 21 stattfinden, und die Agenda 21-Förderprojekte in so unterschiedlichen Bereichen wie dem Klimaschutz, z. B. "Klimaschutzprogramm ILM-KREIS 2005 - 2015", der Umfeldgestaltung des Frauenhauses, der laienkünstlerischen Darstellung von Biotopen im Ilm-Kreis und der Erarbeitung der "Naturschutzkonzeption ILM-KREIS 2007 - 2017".

Der Landrat des Ilm-Kreises Dr. Kaufhold bedankte sich für die Preisverleihung "Wir sind stolz auf das gemeinsam erreichte für Thüringen, für Deutschland und für Europa."
Die an den Preis gekoppelte Projektförderung wird im Bildungsbereich eingesetzt. Der Neubau des Förderzentrums Dr. Hans Vogel, als Einrichtung für geistig und körperlich benachteiligte Schüler wird in der Außengestaltung durch diese Förderung unterstützt. An der Planung dieses Vorhabens werden auch die Eltern und Schüler beteiligt werden.

Pressekonferenz in Berlin zum Stiftungspreis Landschaft 200920.02.08 - Auf der Pressekonferenz in Berlin verkündeten Stiftungsvorstandsmitglied Prof. Dr. Friedhelm Farthmann und Igrid Apel (Geschäftsführerin der Stiftung) den diesjährigen Preisträger. Dr. Benno Kaufhold (Landrat des Ilm-Kreises) nahm die Würdigung für den Ilm-Kreis entgegen.
Foto: M. Löffelholz