Die Bundeskanzlerin an der Goetheschule Ilmenau
Ein Erlebnisbericht aus Sicht eines Schülers
Mit dem Beginn dieses Schuljahres wartete auf die Schüler der Goetheschule eine besondere Überraschung - immerhin ist es nicht selbstverständlich, dass das Regierungsoberhaupt vorbeischaut. Die Schüler waren froh, dass die Bundeskanzlerin am 2. September zu Besuch kam, um sich "ein Bild vor Ort" zu machen. Ihr Ziel war es, möglichst eng mit Schülern und Lehrern ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten Dieter Althaus, dem Landrat Dr. Benno Kaufhold und Oberbürgermeister Ilmenaus Gerd-Michael Seeber traf sie an der Schule ein. Die Schüler begrüßten sie vor der Schule, wo sie es verstand die jungen Leute durch Freundlichkeit und ein natürliches Auftreten für sich zu gewinnen.
Auf dem Rundgang durch die Schule besuchte Frau Merkel unter Führung des Schulleiters Herrn Rusch den Gruppenunterricht Physik, wo sie Experimente beobachtete und die Schüler befragte. In einem anderen Raum wurde die Kanzlerin hautnah in den Biologieunterricht einbezogen und arbeitete mitten unter den Schülern am Mikroskop. Außerdem erfuhr sie von der Tätigkeit des Schülerlabors, das in Kooperation mit der TU Ilmenau betrieben wird und die Jugendlichen an die Naturwissenschaften heranführt. An einer weiteren Station nahm Frau Merkel am Leistungszentrum Mathematik teil, wo die Teilnehmer ihr erläuterten, wie sie auf die Schülerwettbewerbe und Olympiaden vorbereitet werden.
Diesem engen Kontakt mit den Schülern folgte ein Forum, in dem Lehrer der Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik über das besondere Bildungsangebot der Schule informierten. Frau Merkel fragte aber auch nach den Möglichkeiten der Studien- und Berufsvorbereitung und der Weiterbildung für die Lehrer. Große Vorteile zieht die Goetheschule aus der Zusammenarbeit mit Unternehmen der Region und der TU Ilmenau. Da auch die Elternvertreter anwesend waren, konnten sie das Leben und Lernen auch aus ihrer Sicht schildern. Beeindruckt war die Kanzlerin von dem guten Klima an der Goetheschule.
Im Vorfeld war bemerkt worden, dass ein so kurzer Besuch wohl kaum ein vollständiges Bild einer Bildungseinrichtung vermitteln kann. Das ist sicher richtig. Doch die Kanzlerin sagte, dass sie natürlich bergeweise Akten über das Schulwesen lesen könne. Ihr ginge es bei dem Besuch jedoch darum, sich ein Bild zu machen, was ihr an diesem Tag sehr gut gelang.
Es ist schwer zu sagen, welche Außenwirkung dieser Besuch haben wird und inwieweit die Erfahrungen in konkrete Bildungspolitik einfließen werden. Wir können jedoch ganz deutlich sagen, dass der Besuch sehr stark nach innen gewirkt hat. Die Schüler sind stolz, dass gerade die Goetheschule ausgesucht wurde und dass es hier gelingt, die Förderung besonders Begabter mit dem Lernen der anderen Gymnasiasten zu verbinden. Denn die Schule achtete darauf, dass die Kanzlerin nicht nur den Spezialklassen sondern auch anderen Schülern begegnete. Das positive Gefühl der Schüler und die Freude über die Leistungen wirken nach.
Tobias Rausch
Schüler der Goetheschule Ilmenau
02.09.08 - Frau Merkel konnte sich konkrete Einblicke in das praktische Unterrichtsgeschehen verschaffen