Großes "Gipfelreffen" am Bergsee
Landkreisfest lockte mehr als 3.000 Besucher zur Ebertswiese
Die Frage war beantwortet, noch ehe sie gestellt wurde: "Ich bin schuld am Wetter." Scherzhaft übernahm Co-Gastgeber und Schmalkalden-Meiningens Landrat Ralf Luther am Sonntagmorgen (28. Juni) die Verantwortung für die glücklicherweise nur anfangs neblige Witterung am Bergsee Ebertswiese. An diesen idyllischen Ort hatten nicht nur die Anliegerkommunen Tambach-Dietharz und Floh-Seligenthal zu ihrem traditionellen Bergseefest geladen, sondern auch die beiden zugehörigen Landkreise Gotha (GTH) und Schmalkalden-Meiningen (SM). Für die Neuauflage des Landkreisfestes, das vergangenes Jahr auf dem Schneekopf im Ilm-Kreis Premiere hatte, bot sich das Waldidyll unweit des Rennsteigs geradezu an, betont Gothas Landrat Konrad Gießmann. "Schließlich ging und geht es uns darum, den Höhenwanderweg ins Bewusstsein zu rücken und zu halten. Deshalb haben wir im Kollegenkreis der Landräte und Oberbürgermeister jener Kreise und kreisfreien Städte, die an den Rennsteig angrenzen, auf eine Reihe von Festen entlang des Wanderwegs verständigt." Der Einladung zur kostenfreien Veranstaltung nutzten letztlich mehr als 3.000 Gäste aus Nah und Fern und machten damit auch das diesjährige Bergseefest zum bestbesuchten der Geschichte.
Sehens- und hörenswerte Beiträge entlang des Rennsteigs
Ausschlaggebend war unter anderem das sehenswerte Programm, das rund 200 Akteure aus den einzelnen Gebietskörperschaften bestritten: Von Eisenach bis in die Saale-Orla-Region reichte der bunte Reigen der Beiträge. Die Eröffnung übernahm am Vormittag der Wartburgkreis mit exklusiven Auszügen des Musicals "Rhön-Paulus", das erst Ende Juli Premiere in Dermbach feiert. Den Landkreis Gotha vertrat das Fanfaren- und Showorchester mit Pauken und Trompeten, um kurz darauf den Oberlemnitzer Musikanten den Taktstock weiterzureichen für deren melodische Grüße aus dem Saale-Orla-Kreis. Pünktlich zur Mittagszeit sorgten die "Freunde der Thüringer Bratwurst" aus Holzhausen gemeinsam mit Ilm-Kreis Landrat Dr. Kaufhold mit einem Bratwurstseminar für gehörigen Appetit. Ganz alpenländisch hingegen präsentierte sich die Spielzeugregion Sonneberg mit Alphörnern, dem Alpenecho e. V. und dem Frauenchor Judenbach. Für Schwung sorgte am frühen Nachmittag auch die Jugendtanzgruppe Schönbrunn, die gemeinsam mit den Gleichbergmusikanten für ihre Hildburghäuser Heimat warb. Auch die Eisenacher Folklore und das Akkordeon-Duo Stütz der Wartburgstadt hielten die zahlreichen Zuhörer bei Laune. Moderne und folkloristische Tänze bot das Thüringer Tanzensemble Rudolstadt (SLF), bis schließlich die Alphornbläser und Country-Musik aus Schmalkalden-Meiningen das Programm der Landkreise beschlossen. Die kurzen Umbaupausen überbrückten die Famberg-Musikanten aus Schmalkalden souverän. Mittendrin erregte auch der traditionelle Holzfäller-Wettbewerb zwischen Tambach-Dietharz und Floh-Seligenthal große Aufmerksamkeit, den dieses Mal die Veteranen vom Nordhang des Thüringer Waldes für sich entscheiden konnten.
Foto: M. Löffelholz