Ilm-Kreis und Volkshochschule Erfurt starten Projektkooperation
In jeder kreisfreien Stadt und jedem Landkreis in Thüringen sind seit Jahren Menschen zur gelungenen Integration von Menschen mit Fluchterfahrung bzw. Migrationshintergrund im kommunalen Umfeld beauftragt worden. Das Spektrum reicht dabei von Integrationsbeauftragten über die Koordinatorenstellen für Bildungsangebote für Neuzugewanderte, Sozialarbeiter*innen in den Gemeinschaftsunterkünften, Jugend- und Erwachsenenmigrationsdienste, Sozialarbeiter*innen und viele weitere Aktive. Sie alle leisten eine wichtige Arbeit zur Integration von Menschen mit Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund.
„Dennoch finden Betroffene nur selten Anschluss an den Arbeitsmarkt. Auch im Freizeitbereich ist es für sie oft schwierig, Kontakte zu knüpfen, ein soziales Umfeld aufzubauen und sich zu Hause zu fühlen. Genau hier setzt„Connecting Humans“ an. Das Projekt steht für die Überwindung soziokultureller Barrieren. Es möchte dabei helfen, Menschen mit Migrations- und/oder Fluchterfahrung an den Arbeitsmarkt und in Einrichtungen, Organisationen und Vereine der heranzuführen“, sagt Landrätin Petra Enders zum Start der Kooperation am 11. Juli 2023 und bedankt sich bei der Volkshochschule Erfurt, die das Projekt im Rahmen einer dreijährigen Pilotphase sehr erfolgreich ausgerollt hat und nun auf interessierte Thüringer Landkreise überträgt.
Der Leiter der Volkshochschule Erfurt, Torsten Haß, fasst die Ideen von Connecting Humans mit den Worten zusammen: „Wie kann man Menschen auffangen, die bei uns durchs Raster fallen? Wie kann man Menschen helfen, die sich integrieren wollen, aber vor Probleme gestellt werden?“
„Die Inklusion von Menschen mit Fluchterfahrung ist ein wichtiges Thema, das eine offene und freundliche Herangehensweise erfordert. Oft ist es eine Herausforderung aufgrund von Sprachbarrieren, kulturellen Unterschieden oder traumatischen Erfahrungen der Betroffenen. Uns ist es deshalb wichtig, ihnen die Unterstützung und Ressourcen anzubieten, um ihnen die Integration in der Gesellschaft zu erleichtern“, so Landrätin Petra Enders und verweist auf den besonderen Fokus des Projektes, der auf der ganzheitlichen Beleuchtung der verschiedenen Sichtweisen auf unser gesellschaftliches Leben, auf der Teilhabe von Zugewanderten und der soziokulturellen Willkommenskultur liegt.
Dem Ilm-Kreis stehen für die Umsetzung des Projekts für Veranstaltungen, Honorare etc. Fördermittel in Höhe von 7.500 Euro zur Verfügung. Die Projektkoordination übernimmt für den Ilm-Kreis Daniela Mückenheim als Beauftragte für Ausländer im Ilm-Kreis. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch die Volkshochschule Arnstadt-Ilmenau als Tür- und Toröffner, als Ort, an dem Menschen zusammenkommen. „Unsere Volkshochschule Arnstadt-Ilmenau ist nicht nur bekannt für ihr vielseitiges Kursprogramm, sondern auch für ihre verschiedensten Kooperationen mit öffentlichen Einrichtungen, Vereinen, Krankenkassen und Firmen, denn sie sind Bildungszentren für alle. Hier kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären. Die Volkshochschule steht für lebenslanges Lernen und niedrigschwellige Weiterbildungsmöglichkeiten und damit für Bildung und Weiterbildung für alle. Das macht sie zu einem guten Partner für das Projekt Connecting Humans“, betont Landrätin Petra Enders.
„Connecting Humans“ zeichnet sich durch zwei verschiedene Teilprojekte aus. Das Projekt „Connecting Women“ verfolgt als Mentoring-Programm die Etablierung von Frauennetzwerken zur Überwindung soziokultureller Barrieren, um Frauen mit Migrations- bzw. Fluchterfahrung als zukünftige Arbeitnehmerinnen in Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung, in Organisationen und Unternehmen der Aufnahmegesellschaft heranzuführen, denn Frauen mit Migrationshintergrund sind doppelt von Stereotypen betroffen.
Ein weiteres Teilprojekt nennt sich „Connecting Partners“ und vermittelt Integrationsassistenzen. Der Fokus liegt hier auf Integration durch Sport. Sport bietet eine einzigartige Möglichkeit zur Teilhabe, da er Menschen jeden Alters, Geschlechts und Hintergrunds zusammenbringt. Durch die Teilnahme an sportlichen Aktivitäten können Menschen aktiv in die Gemeinschaft eingebunden werden und soziale Bindungen aufbauen.
Durch die Mitgliedschaft in Sportvereinen oder Teams können Menschen Freundschaften schließen, Teamarbeit erlernen und eine gemeinsame Leidenschaft teilen. Sie können auch von der Vielfalt der Menschen profitieren, die im Sport involviert sind, und von verschiedenen Kulturen, Sichtweisen und Erfahrungen lernen. Sport verfügt über eine breite Palette von Partizipationsmöglichkeiten. Er fördert die körperliche Gesundheit, ermöglicht das Erreichen persönlicher Ziele, schafft Gemeinschaft und bietet Raum für soziales Engagement über alle Kulturen hinweg.
Weitere Informationen zum Projekt unter www.zukunft-gemeinsam.de.
Ansprechpartner ist Daniela Mückenheim, Beauftragte für Ausländer und Behinderte im Ilm-Kreis, Telefon: 03628 738-109, E-Mail: d.mueckenheim@ilm-kreis.de
V. i. S. d. P. Anke Roeder-Eckert, Büro Landrätin