Ilmenauer Forschungsgruppe untersucht in einem Großprojekt die Militär-Medien-Beziehungen von Bundeswehr und US Streitkräften
Diese Kernfrage erforschen Wissenschaftler des Instituts für Medien- und Kommunikationswissenschaft (IfMK) der Technischen Universität Ilmenau innerhalb der kommenden zwei Jahre.
Bei dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsvorhaben handelt es sich um zwei Teilprojekte, die in einen größeren Forschungszusammenhang zum Thema "Militär und Medien im 20. Jahrhundert" integriert sind. Neben dem Fachgebiet Medienwissenschaft der TU Ilmenau sind an dem Forschungsverbund insbesondere Historiker der TU Braunschweig und der Universität Freiburg beteiligt. Insgesamt werden zehn Wissenschaftler an dem Gesamtvorhaben mitwirken. Die DFG bewilligte dafür Forschungsmittel in Höhe von rund 500.000 Euro.
Das Ilmenauer Forscherteam leitet Professor Martin Löffelholz, der sich seit rund 20 Jahren mit militärischem Kommunikationsmanagement und Kriegskommunikation beschäftigt. Zudem ist er Direktor der internationalen Forschungsgruppe Krisenkommunikation. "Ich bin überzeugt, dass unser Forschungsvorhaben nicht zuletzt für die Bundeswehr und das Verteidigungsministerium von großem Interesse sein wird - vor allem, weil die Beziehungen von Militär und Medien in diesem Umfang bisher noch nicht untersucht worden sind", verdeutlicht Löffelholz die Bedeutung der umfangreichen Studie.
Beide Unterprojekte konzentrieren sich - wie die anderen Teilprojekte des Gesamtvorhabens - auf die Analyse der militärischen Seite der Beziehungen von Militär und Medien. Untersuchungsgegenstände sind danach die Bundeswehr und die US-Streitkräfte sowie die für die jeweiligen militärischen Organisationen unmittelbar verantwortlichen politischen Leitungsorganisationen (Bundesverteidigungsministerium, Pentagon) in ihren Beziehungen zu den Medien.
Als vergleichende Längsschnittanalyse konzipiert, werden die beiden Teilprojekte die Frage beantworten, wie und aus welchen Gründen sich die Medienbeziehungen der Bundeswehr im Vergleich zu den US-Streitkräften von 1990 bis zur Gegenwart verändert haben. Dabei werden die Aufgaben, Leistungen und Strukturen der Militär-Medien-Beziehungen ebenso im Mittelpunkt stehen wie die Beziehungen der militärischen zu den sicherheitspolitischen Media Relations. Um das bisher in der Kommunikationswissenschaft vernachlässigte Feld der medienbezogenen Organisationskommunikation des Militärs systematisch erschließen zu können, setzt das Forscherteam um Professor Löffelholz ein Mehrmethoden-Design aus Dokumentenanalysen und Leitfadeninterviews ein. Mit Hilfe der Ergebnisse wollen die Wissenschaftler auch einen Beitrag zur Etablierung einer Theorie der Politik-Militär-Medien-Interrelationen leisten.
Weitere Informationen unter:
www.crisis-communication.de
Text: Matthias Duchscherer
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