Information zum Fuchsbandwurm
Zur Untersuchung auf die Tollwut und den Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) werden jedes Jahr im Ilm-Kreis erlegte oder verendete Füchse untersucht.
Im Jahr 2007 wurden 134 Füchse zur Untersuchung in das Landeslabor eingesendet. Keiner war mit Tollwut infiziert. Zusätzlich wurde eine Stichprobe dieser Tiere auf das Vorhandensein des Fuchsbandwurmes untersucht. Bei 30 % der untersuchten Füchse wurde der Fuchsbandwurm festgestellt.
Der Fuchsbandwurm ist eine Unterart der Bandwürmer, nur rund drei Millimeter lang und tritt bei Rotfuchs, Polarfuchs und Marderhund, seltener bei Haushund oder Hauskatze auf. Fuchsbandwürmer sind selbst bei hohem Aufkommen im Endwirt für diesen kaum schädlich, für den Menschen hat aber eine Infektion meist verheerende Folgen. Zwar stellt im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurmes der Mensch einen Fehlzwischenwirt dar, da die Infektion nicht an den Endwirt weitergegeben wird: Dennoch findet in den Organen eines infizierten Menschen, vornehmlich in Leber, Lunge und Gehirn, eine Schädigung statt, bei der die betroffenen Organe zerstört werden.
Tückisch ist, dass die Erkrankung wird meist erst zehn bis zwanzig Jahre nach der Infektion bemerkt, bei Befall der Leber etwa besitzen die Symptome Ähnlichkeit mit einem Leberkarzinom oder einer Leberzirrhose. Eine Abgrenzung gegen die vorgenannten Erkrankungen ist mittels Antikörpernachweis im Blut möglich. bei fortgeschrittener Erkrankung ist eine Operation kaum noch möglich. Die meisten Erkrankungen traten bei Personen auf, die beruflich oder privat mit Landwirtschaft und Waldbau zu tun hatten.
Die Anzahl der Übertragungen des Fuchsbandwurmes auf den Menschen ist sehr gering, trotzdem sollten einige Sicherheitsempfehlungen beachtet werden:
Früchten und Beeren aus Bodennähe (weniger als 60 bis 80 cm über dem Boden) oder Pilzen können möglicherweise Bandwurmeier anhaften. Es wird empfohlen, bodennah gesammelte Früchte, Beeren oder Kräuter wie Bärlauch niemals ungewaschen zu essen. Tiefgefrieren der Früchte reicht nicht aus, da die Eier erst bei minus 80 Grad Celsius absterben. Die Früchte sollten nach Möglichkeit gekocht werden. Beim Umgang mit Haustieren, die Mäuse fangen, ist Hygiene der beste Infektionsschutz. Nach der Berührung des Fells mit den Händen, zum Beispiel durch Streicheln, sollten diese nicht ungewaschen zum Mund geführt werden, insbesondere wenn das Fell in der Afterregion berührt wurde. Hunde und Katzen, die in der Nähe von Fuchs-Populationen gehalten werden, sollten regelmäßig mit wirksamen Präparaten entwurmt werden.
Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt