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29.07.2022

Landrätin Petra Enders fordert Erhalt der Thüringer Wasserspeicher - Kritik an Regelungen des Landes

„Vor dem Hintergrund stetig zunehmender Dürren und brennender Wälder ist es besonders wichtig, bestehende Wasserspeicher zu erhalten. Sie dienen nicht nur der Bewässerung der Felder in Trockenperioden und übernehmen Aufgaben des Hochwasserschutzes. Als Löschwasserreserve können sie dabei helfen, Brände zu löschen, wie sie jetzt in der Sächsischen Schweiz oder in Brandenburg toben“, betont Landrätin Petra Enders. 

Im Rahmen der Flurbereisung am 26. Juli 2022 mit dem Kreisbauernverband, die durch Landwirtschaftsbetriebe in Dannheim, Griesheim und Bösleben führte, machte die Fahrt auch am Honigbach, einem Wasserspeicher in unmittelbarer Nähe zu Elxleben, Halt. Weitere ähnliche Wasserspeicher gibt es z. B. in Döllstedt sowie die Speicher Hessenbach.

Aktuell werden Wasserspeicher wie der Honigbach aufgrund der Thüringer Landesgesetzgebung wie große Talsperren behandelt. Das bedeutet für die jeweiligen Eigentümer bzw. Inhaber der Nutzungsrechte wie die Agrargenossenschaft Bösleben massivste Anforderungen an bauliche Investitionen zur Unterhaltung. „Hier muss das Land dringend nachbessern. Nicht nur die hohen Standards müssen hinsichtlich ihrer Verhältnismäßigkeit geprüft werden, sondern es sind auch Fördermittel zur Verfügung zu stellen, um Wasserspeicher zu sanieren und zu erhalten. Dafür gibt es derzeit keinerlei finanzielle Unterstützung“, betont Landrätin Petra Enders und verweist auf den besonderen Fall des idyllisch gelegenen Speichers Honigbach. Sollten die Standards so bleiben und gäbe es nach wie vor keine finanzielle Hilfe vom Land, müsste der Speicher geschlitzt werden, um das Becken dauerhaft trocken zu legen.

„Angesichts stetig steigender Temperaturen, einhergehend mit immer geringeren Niederschlägen, wirken solche Maßnahmen geradezu absurd“, kritisiert sie. „Für den Erhalt der Wasserspeicher ist es notwendig, die seitens des Landes angelegten hohen Standards schnellstmöglich anzupassen“, betont sie und verweist zusätzlich auf die wichtige Aufgabe, die Wasserspeicher im Zuge der Sicherung der Biodiversität und des Mikroklimas wahrnehmen.

„Wir werden den Erhalt der Wasserspeicher als Forderung des Ilm-Kreises in die Fortschreibung des Regionalplanes aufnehmen“, sagt Landrätin Petra Enders und kündigt im nächsten Schritt die Erarbeitung eines Änderungsvorschlages der derzeit gültigen Richtlinien und Gesetzlichkeiten an, die gemeinsam mit dem Bauernverband erfolgen wird und der Landesregierung zeitnah vorgestellt werden soll.

Denkbar wären ähnliche Regelungen wie in Bayern. „Hier hat das Bayrische Landesamt für Wasserwirtschaft eine Empfehlung für den Bau und Betrieb von Teichen erlassen, die auch für kleine Speicher wie den Honigbach sinnvoll wären“, so Landrätin Petra Enders und bringt den direkten Vergleich zu den llmenauer Teichen, die einst im 14. Jahrhundert von Mönchen als Fischteiche angelegt wurden, nach heutigen Thüringer Maßstäben aber als Stauanlage gelten, die sehr hohe Standards erfüllen müssen. „Hier findet seitens des Landes keine Abwägung statt. Alle Anlagen werden über einen Kamm geschert und müssen die gleichen Anforderungen erfüllen, unabhängig von der Situation und Lage vor Ort. Hier muss sich dringend etwas ändern!“, sagt Landrätin Petra Enders.

Bild vergrößern: Wasserspeicher Honigbach in der Nähe von Elxleben
Wasserspeicher wie der Honigbach bei Elxleben müssen dringend erhalten werden. Sie dienen nicht nur der Bewässerung der Felder in Trockenperioden, sondern übernehmen auch wichtige Aufgaben des Hochwasserschutzes.

V. i. S. d. P. Anke Roeder-Eckert, Büro Landrätin