Mütter- / Väterberatung im Ilm-Kreis, Projektauswertung für den Zeitrum August 2010 bis Juni 2011
Am 04. August 2010 wurde mit der Mütter- / Väterberatung im Ilm-Kreis ein neues, ergänzendes Angebot zur Begleitung und Unterstützung von Eltern bzw. Familien im Alltag mit einem Baby und / oder Kleinkind eröffnet. Dieses ist präventiv orientiert und bietet Information, Beratung und Vorsorge an. Es richtet sich vorrangig an Mütter, Väter, Familien mit Kindern im Alter von 0 - 3 Jahren. Als offene Anlaufstelle kann die Mütter- / Väterberatung von ratsuchenden Eltern mit ihren Kindern ohne Vorbedingung bzw. ohne Voranmeldung aufgesucht werden.
Neben dem Zugang für alle ratsuchenden Eltern wird eine systematische Vermittlung von Fami-lien mit Beratungsbedarf durch Fachkräfte aus dem Bereich der "Frühen Hilfen (z. B. Kinderärzte, Schwangerschaftsberatungsstellen, Hebammen, Jugendamt u. a.) zur "Mütter- / Väterberatung" angestrebt. So sollen auch Familien erreicht werden, die von sich aus keine Hilfe suchen.
Die Inanspruchnahme ist freiwillig, für Eltern und Kinder kostenfrei und in Ergänzung zu anderen Leistungen möglich. Informationen der Eltern werden vertraulich behandelt. Die Weitergabe von personenbezogenen Informationen auch an andere Fachabteilungen des Jugendamtes erfolgt nur mit Einverständnis der Familien oder gemäß den Vorschriften des § 8a SGB VIII (Regelungen bei Feststellung von Anzeichen auf Kindeswohlgefährdung).
Das Informations- und Beratungsangebot der Mütter- / Väterberatung umfasst folgende Themenschwerpunkte:
- Säuglings- und Kleinkindpflege, Ernährung und Versorgung, Gesundheitsvorsorge und Impfberatung, Wachstum und Entwicklung einschließlich Kontrollmöglichkeiten wie Messen und Wiegen
- Alltag mit dem Kind: Bedürfnisse des Kindes, Sicherheit, Anregung und Spiel, Schlaf- und Ruhephasen, Kommunikation mit dem Kind und Erziehung, Unfallverhütung, Informationen zu finanziellen Hilfen und Kindertagesbetreuung
- Informationen und aktive Vermittlung zu allgemeinen Angeboten für Familien im Ilm-Kreis, Kursangeboten sowie zu weiterführenden Hilfen bzw. an fachmedizinische Einrichtungen
- Beobachtung von Entwicklungsprozessen, koordinierte Vor- und Nachsorge und Monitoring durch Wiederbestellsystem
Die Mütter- / Väterberatung im Ilm-Kreis bietet dezentral an drei Standorten jeweils einmal pro Woche Sprechzeiten an.
Am Standort Arnstadt zieht die Mütter- / Väterberatung zum 1. Juli 2011 in die Volkshochschule Arnstadt-Ilmenau / Hauptstelle Arnstadt. Mit diesem Umzug soll Ratsuchenden der Zugang zur Beratung erleichtert und Niedrigschwelligkeit und Akzeptanz des Angebotes erhöht werden.
in Arnstadt:
freitags 9:00 - 12:00 Uhr
ab 1. Juli 2011 neuer Beratungsort!
Volkshochschule / Hauptstelle Arnstadt
Am Bahnhof 6
in Ilmenau:
montags 9:00 - 12:00 Uhr
Mehrgenerationenhaus / Frauen- und Familienzentrum
Am Wetzlarer Platz 1 (Alte Försterei)
in Stadtilm:
mittwochs 14:00 - 16:00 Uhr
Kindertagestätte "Villa Sonnenschein"
Hauptstraße 6 (Oberilm)
Die Beratung vor Ort wird von jeweils zwei Fachkräften geleistet. Träger der "Mütter- / Väterberatung" ist das Jugendamt. Die Koordination und organisatorische Betreuung obliegt der Netzwerk- und Koordinierungsstelle Kinderschutz.
In Auswertung des bisherigen Beratungszeitraums August 2010 - Juni 2011 ist folgendes festzuhalten:
-
Das Beratungsangebot "Mütter- / Väterberatung" wurde an jedem der drei Standorte an 45 Tagen vorgehalten.
-
In dieser Zeit führte das Beratungsteam mit insgesamt 51 Eltern / Familien 113 persönliche und 27 telefonische Beratungsgespräche.
-
In der Startphase ging und geht es zunächst darum, Bekanntheit und Akzeptanz für das neue Angebot sowohl bei jungen Eltern als auch bei Kooperationspartner/innen zu erreichen.
-
Insofern ist interessant, dass etwa die Hälfte aller Ratsuchenden durch Werbung oder durch "Mund zu Mund Propaganda" von der Mütter- / Väterberatung erfahren hat. Ca. 50 % der Ratsuchenden wurde von Ärzten, anderen Beratungsstellen, Kindertageseinrichtungen o. ä. auf die Mütter- / Väterberatung aufmerksam gemacht bzw. wurden einige auch direkt an die Mütter- / Väterberatung vermittelt.
-
Zwei Drittel der Kinder, dessen Familien sich an die Mütter- / Väterberatung wendeten oder von Kooperationspartnern zur Beratung vermittelt wurden, waren unter einem Jahr alt.
-
Die Inanspruchnahme des Angebotes differierte je nach Standort. Hierfür dürften die unterschiedlichen Standortbedingungen mitverantwortlich sein. Aktuell scheint sich das Angebot in Ilmenau am besten herum zusprechen. In Arnstadt war die Annahme hingegen verhaltener. Mit dem neuen Beratungsort möchten wir nun auch in Arnstadt Eltern den Zugang zu unserem Angebot erleichtern.
-
Die Mütter- / Väterberatung wird überwiegend, nämlich zu über 90 %, von den Müttern in Anspruch genommen.
-
Etwa 1/5 der Ratsuchenden wohnt nicht direkt am Standort, d. h. kommt aus dem Kreisgebiet.
-
Einige Eltern kommen zur Beratung, weil sie eine bestimmte Anfrage haben. Viele Eltern nutzen auch die Kontrollmöglichkeiten zum Entwicklungsstand ihres Kindes, wie messen und wiegen oder nutzen die Mütter- / Väterberatung für sich und ihr Kind als regelmäßige Entwicklungsbegleitung. Themenschwerpunkte der Beratung waren bislang: Ernährung, Tagesrhythmus / Aktiv- und Ruhephasen des Kindes, körperliche Entwicklung (zahnen, Größe, Gewicht), Umgang mit Verhalten des Kindes, finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten, Information über weitere Angebote für Familien im Kreis oder zu speziellen Hilfen
J. Jödicke
Amtsleiter Jugendamt
Foto: M. Löffelholz