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14.08.2009

Neue Ära für Jugendstrafvollzug in Thüringen

Da die derzeitige Unterbringung männlicher jugendlicher Straftäter in der Jugendstrafanstalt Ichtershausen und in der Jugendarrestanstalt Weimar die Ansprüche modernen Strafvollzugs nicht mehr erfüllen kann, wurde vom Thüringer Justizministerium im September 2001 der Bauantrag an den Freistaat Thüringen gestellt.
Die Prämissen des im Dezember 2007 novellierten Thüringer Jugendstrafvollzugsgesetzes konnte somit in die Planung der neuen Strafanstalt einfließen.

Justizministerin Marion Walsmann vollzog am 14. August gemeinsam mit Ministerpräsident Dieter Althaus den ersten Spatenstich für den Neubau der Jugendstrafanstalt in der Gemarkung Arnstadt / Rudisleben. "Mit diesem Spatenstich beginnt eine neue Ära für den Jugendstrafvollzug in unserem Land", sagte die Ministerin vor ca. 180 geladenen Gästen auf dem Baufeld.
Mit diesem Bau entsteht bundesweit der erste Neubau nach Inkrafttreten des Landesjugendstrafvollzugsgesetzes. Somit werden alle darin verankerten Maßnahmen in der neuen Strafanstalt umgesetzt. Ministerpräsident Althaus betonte die Wichtigkeit der Architektur und Angebote für die aktive Resozialisierung der Insassen.

Mit einem Investitionsvolumen von 73,4 Millionen Euro wird die Anstalt mit Außenanlagen auf einer Gesamtfläche etwa 123.000 Quadratmetern entstehen. In der neuen Strafanstalt werden vier Unterkunftsgebäude gebaut, in denen 280 junge und heranwachsende Straftäter untergebracht werden können. In der angegliederten Jugendarrestanstalt und einem weiteren Funktionalbau können 40 Arrestanten und 20 Personen im offenen Vollzug untergebracht werden. Durch bauliche Trennung ist es möglich, weibliche und männliche Arrestanten je nach Bedarf unterzubringen.

Für eine optimale Betreuung der straffällig gewordenen Jugendlichen sorgen die geplanten Bildungsmöglichkeiten, Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb der Anstalt, Therapieplätze sowie die weitestgehende Einzelunterbringung der Gefangenen.
Das Ziel ist es, den Jugendlichen den sinnvollen Umgang mit ihrer Freizeit nahezulegen und zu helfen, zukünftig ein straffreies Leben zu führen.

Nachdem im September der Startschuss für den Bau der Mauer fallen soll, ist der Baustart für die Hochbauten im Jahr 2010 vorgesehen. Die Inbetriebnahme der Anstalt ist im Jahr 2013 geplant.

Politiker beim Spatentisch für die neue Jugendstrafvollzugsanstalt14.08.09 - Landrat Dr. Benno Kaufhold, Ministerpräsident Dieter Althaus, Justizministerin Marion Walsmann und der kommissarische Amtsleiter des Thüringer Landesamtes für Bau und Verkehr Markus Brämer (v. l. n. r.) beim Spatenstich für die neue Jugendstrafvollzugsanstalt.
Foto: M. Löffelholz