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11.04.2011

Schaumbildung auf dem Reischelbach / Oelze - Tenside sind nicht die Ursache

Nachdem Altenfelder Anwohner am Sonntag, den 03.04. eine starke Schaumbildung auf dem Reischelbach / Oelze feststellten, wurde angenommen, dass Tenside von der Tunnelbaustelle NA2 die starke Schaumbildung verursachten. Jetzt ist bekannt, dass bei der Reaktion eines zur Abdichtung im Tunnel Silberberg genutzten Kunstharzes mit Wasser zur Freisetzung von CO2 und dadurch zur Schaumbildung kam.

In der Nacht vom 02. zum 03. April war es im Tunnel Silberberg NA2 Ortsbrust Mitte zu einem starken Wassereinbruch mit Zuflüssen bis zu 35 l/s gekommen. Eine Abdichtung mit der sonst üblichen Zementsuspension war unter diesen Drücken / Zuflussmengen nicht mehr möglich. Zur ersten Abdichtung wurde ein sehr schnell erstarrendes Zweikomponenten-PUR-Injektionsharz genutzt. Der injizierte Kunststoff sollte einen Pfropfen bilden und den Wasserzufluss unterbinden. Das Injektionsharz ist ein spezielles Injektionssystem zur Druckwasserabdichtung unter schwierigsten Bedingungen und wird zum Abdichten von Baugruben, Tunnel- und Wasserbauten eingesetzt. Entsprechende Prüfberichte über die Unbedenklichkeit liegen der Unteren Wasserbehörde vor. Beispielsweise darf das Kunstharz auch zur Beschichtung von Trinkwasser-Anlagen verwendet werden.

Bei der Reaktion des Zwei-Komponentensystems im Wasser entsteht CO2. Auf Grund der Druckverhältnisse am Reaktionsort ist das CO2 molekulargebunden (ähnlich CO2 im Mineralwasser). Durch Verwirbelung an Abstürzen im Gewässer wird das im Wasser enthaltene CO2 mobilisiert, freigesetzt und es kommt zur Schaumbildung. Die Freisetzung von CO2 kann laut Hersteller bis 24 h anhalten.

Die Verpressarbeiten mit dem Injektionsharz wurden am 04.04.2011 ca. 18:00 im Wesentlichen abgeschlossen. Auf Grund der lang anhaltenden CO2-Freisetzung ließ sich Schaumbildung bis in den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt beobachten. Auf Nachfrage bei den Fischpächtern im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und im Ilm-Kreis wurden keine verendeten Fische festgestellt. Die untere Wasserbehörde hat Wasserproben genommen und zur Analyse im Labor eingereicht.

V. i. S. d. P. Manuel Löffelholz, Pressesprecher