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05.11.2007

Statistische Auswertung der Einschulungsuntersuchung 2007 im Ilm-Kreis

Bezugnahme auf die Vorstellung der Einschulungsuntersuchungsergebnisse von 2005 und 2006:

Die Zahl der Schulanfänger im Ilm-Kreis blieb in den Jahren 2004, 2005 und 2006 etwa gleichbleibend zwischen 830 und 845.
Im Jahr 2007: 808 Schulanfänger.
(In der TA vom 23.06.2007 im Zeitungsartikel "Zuckertüten vorfristig" veröffentlichte Zahl von "750 ABC-Schützen" enthält nicht die Einschulungen in Schulen privater Trägerschaft und in Förderschulen, daher niedrigere Zahlenangabe).
Seit statistischer Auswertung ab dem Jahr 2004 im Ilm-Kreis: die Zahl der Schulanfänger differiert zwischen den Altkreisen Arnstadt und Ilmenau: im Altkreis Arnstadt in allen Jahren etwa 50 Schulanfänger mehr als im Altkreis Ilmenau.

Wie in den Vorjahren statistische Auswertung der Untersuchungsbefunde:

  • Gewicht (Über- und Untergewicht),
  • Sehen und Hören,
  • Rücken und Füße,
  • Motorik (Grob- und Feinmotorik),
  • Sprache,
  • Verhalten.

Nachfolgende Zahlenangaben beziehen sich auf die Einschulungsuntersuchung 2007 im gesamten Ilm-Kreis.

Zur Einschulungsuntersuchung im Gesundheitsamt werden auch die Vorsorgehefte (Kinderärztliche Vorsorgeuntersuchungen U1 - U9) vom Arzt auf Vollständigkeit und Notiz von Besonderheiten durchgesehen.

Zur Einschulungsuntersuchung ihres Kindes müssen die Eltern den Impfausweis des Schulanfängers im Gesundheitsamt vorlegen: nach Infektionsschutzgesetz § 34 Pflicht der Erhebung des Impfstatus im Gesundheitsamt.

Impfausweisvorlage

Im Bundesdurchschnitt werden etwa 85 % der Impfausweise zur Einschulung gesehen,
in Thüringen: etwa 94 % Ilm-Kreis: Impfausweisvorlage von 97,5 % aller Schulanfänger.

Durchimpfungsraten:
Tetanus/Diphtherie: fast 96 % aller Schulanfänger sind altersentsprechend geimpft.
Poliomyelitis/Kinderlähmung: fast 94% aller Kinder im Ilm-Kreis haben den altersentsprechenden Impfschutz.
Für die Krankheiten Tetanus/Diphtherie/Kinderlähmung wird im Ilm-Kreis der Durchimpfungsgrad gut erreicht, der einen sicheren Schutz vor Erkrankung bietet.
Hepatitis B: nach Einführung der Impfung, jetzt in den jüngeren Jahrgängen ausreichender Durchimpfungsgrad; im Ilm-Kreis fast 96 %.
Masern/Mumps/Röteln: ein Erkrankungsschutz kann nur erreicht werden bei einer Durchimpfungsrate von über 95 % - die Schulanfänger im Ilm-Kreis haben zu knapp 98 % diese Impfung.
Die Durchimpfungsraten im Ilm-Kreis liegen erfreulicherweise über dem Thüringendurchschnitt.

Vorsorgeuntersuchungen U1 - U9 beim Kinderarzt

92 % der Eltern legten das gelbe Vorsorgeheft ihrer Schulanfänger vor.
Bundesweit ist ein Rückgang der Früherkennungsuntersuchungen mit steigendem Alter des Kindes zu verzeichnen - d. h.: nach der Geburt werden noch fast 100 %ig die Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen, der Wert sinkt bis zur letzten Untersuchung U9 mit 5 Jahren auf unter 70 % Inanspruchnahme.
Ilm-Kreis: 2007 - 92 % Vorsorgeheft-Vorlage; davon zur Untersuchung U7 (Alter: 2 Jahre) noch 93,5 % untersucht; zur U8 (Alter: 4 Jahre) 88 % der Kinder untersucht und zur U9
(Alter: 5 - 5,4 Jahre) knapp 85 % der Kinder untersucht.

Alle momentanen Anstrengungen zur Erkennung von Kindeswohlvernachlässigung beziehen sich auf die Erfassung dieser nicht vorsorgeuntersuchten Kinder - z. B. bei 5-Jährigen 15 % des Jahrganges.

Befundauswertung:

Übergewicht - Adipositas
Vergleich 2004 zu 2007: unverändert 12,4 % aller Einschulungskinder im Übergewicht - nach jetziger Differenzierung in übergewichtige und adipöse sind davon 5 % der Kinder adipös
(BMI über der 97sten Perzentile).

Hinweis

  • zum 57. Wissenschaftlichen Kongress der Bundesverbände der Ärzte und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes im April 2007 veröffentlichten Jugendärzte aus Mecklenburg-Vorpommern ihre Zahlen: 2004 und 2005 lagen 13,7 % der dortigen Einschüler im Übergewicht, davon waren 6 % adipös.
  • das Robert-Koch-Institut hatte die KIGGS-Studie erhoben, diese ergab:
    15 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 - 17 Jahren sind übergewichtig und ca. 1/3 davon adipös - 6 %.

Somit bewegen sich die Zahlen im Ilm-Kreis innerhalb dieser Durchschnitts-
zahlen der Bundesrepublik.

Untergewichtige Kinder:
Gewicht unter der 3. Perzentile - im Ilm-Kreis bei ca. 10,7 % der Kinder.

Sehen:
Von den Einschülern 2007 haben 83 % ein altersentsprechendes Sehvermögen.
7,8 % erhielten erstmalig eine Überweisung zum Augenarzt.
In Behandlung befinden sich bereits 8,8 %.

Hören:
91,3 % der Schulanfänger haben ein intaktes Hörvermögen.
4,8 % erhielten eine Überweisung zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt, weitere 2,4 % hatten zum Zeitpunkt der Einschulungsuntersuchung eine starke Erkältung, verbunden mit vermindertem Hören - hier hatten wir um Kontrolle beim Kinderarzt gebeten.
Lediglich 1,4 % aller Schulanfänger waren bereits in einer Hals-Nasen-Ohren-Behandlung.

Haltungsschwäche:
93,8 % der Schulanfänger haben eine gute Rückenhaltung.
Nur 0,1 % sind bereits in regelmäßiger Behandlung und 0,5 % der Kinder wurden erstmalig zum Orthopäden überwiesen. Bei 5,6 % der Kinder wurden geringe Auffälligkeiten gefunden, die beim Kinderarzt in Kontrolle bleiben sollten.

Fußschäden:
Gut 76 % aller Kinder haben eine normale Fußhaltung. Bereits in Behandlung sind 4,4, % der Schulanfänger und 1,4 % wurden erstmalig vom Arzt zum Orthopäden überwiesen.
Bei 18,1 % der Kinder liegt ein mäßiger Knick-Senk-Spreizfuß vor, der beim Kinder- oder Hausarzt kontrolliert werden sollte und wo wir Fußgymnastik und das Tragen fußgerechter Schuhe empfohlen haben.

Motorik:
Erfreulicher Rückgang von grobmotorischen Auffälligkeiten zur Einschulung im Jahr 2004 von 12,3 % auf 6,7 % im Jahr 2007. Hier scheinen erste Erfolge sichtbar durch erhöhte sportliche Aktivitäten im Kindergarten und Beachtung einer gesunden Ernährung.

Feinmotorik:
Von 2004 - 2007 mit einem leichten Rückgang im Jahr 2006 doch bei über 18 % der Einschüler Auffälligkeiten.
Feinmotorische Fertigkeiten bedürfen der kontinuierlichen und besonderen Übung, hier ist unverändert viel zu tun.
Betätigungsfelder sind sowohl im Kindergarten als auch im Elternhaus: viel Basteln, viel Malen usw.

Sprache:
Seit 2004 keine entscheidende Verbesserung: etwa 30 % aller Schulanfänger haben Sprachauffälligkeiten. Zum Zeitpunkt der Einschulungsuntersuchung erhalten bereits 15 % eine logopädische Behandlung. Eine diesbezügliche Überweisung vom Schularzt zum Zeitpunkt der Einschulungsuntersuchung erfolgt nochmals für etwa 2,4 % der Kinder.
Etwa 12 % haben zur Untersuchung leichtere Sprachauffälligkeiten, z. B. das Lispeln im Stadium des Zahnwechsels, hier kann das gute Sprachvorbild in der Umgebung des Kindes schon entscheidend helfen.

Verhaltensauffälligkeiten:
Gegenüber 2004 mit 24 % Verhaltensauffälligkeiten beim Schulanfänger haben wir 2007 einen leichten Rückgang auf 22 % erfasst.
Unter dem Begriff "Verhaltensauffälligkeit" fassen wir zum Zeitpunkt der Einschulungsuntersuchung folgendes zusammen: Schwäche in der Konzentration und Ausdauer, besondere Ängstlichkeit und Zurückhaltung, sehr große Unruhe und Unausgeglichenheit, aggressives Verhalten, Einnässen. Hier müssen Kind bezogen die Ursachen abgeklärt werden und es erfolgt eine Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen.

Dr. med. J. Reichelt
Fachärztin für Allgemeinmedizin
Sachgebietsleiterin Kinder- und jugendärztlicher Dienst 
Jugendärztin

V. i. S. d. P. Sebastian Lenk, Pressesprecher