Statistische Daten der Zahngesundheit im Schuljahr 2013/2014
Aufgaben des Jugendzahnärztlichen Dienstes
- Vorsorgeuntersuchung aller Kinder und Jugendlichen, die eine Einrichtung besuchen, auch Krippenkinder (von 0 – 18 Jahren)
- Dokumentation und statistische Auswertung der Befunde, Weiterleitung an das Thüringer Landesverwaltungsamt für die thüringenweite Statistik bzw. bundesweite Beurteilung der Zahngesundheit
- Gruppenprophylaxe, d.h. praktische Zahnputzübungen mit den Kindern in den Schulen und Kindergärten, Ernährungslenkung, Angebot einer Fluoridierung und Projekte zur Zahngesundheit (z.B. Tag der Zahngesundheit)
Für Deutschland gibt es die Mundgesundheitsziele der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) bis zum Jahr 2020:
- 80 % naturgesunde Gebisse bei den 6-Jährigen
- DMF-Index bei den 12-Jährigen < 1,0
- Voll bezahnte Gebisse bei 85 % der 18-Jährigen
- Erhöhung des gruppenprophylaktischen Betreuungsgrades für Kinder zwischen dem 3. und 16. Lebensjahr auf 80 %
DMF-Index: D – destroyed = kariös/zerstört
M – missed = fehlend (aus kariösen Gründen extrahiert)
F – filled = gefüllt
D+M+F geteilt durch die Anzahl der untersuchten Kinder
Betreuung des Ilm-Kreises
- 61 Kindereinrichtungen, davon 18 keine Vorsorgeuntersuchung
- 23 Grundschulen, davon 3 keine Vorsorgeuntersuchung
- 12 Regelschulen
- 3 Gymnasien
- 3 Förderschulen
Keine Betreuung:
- Kinder bei Tagesmüttern (ca. 50 Kinder)
- Berufsschulen (ca. 370 Schüler; Alter 15 – 18 Jahre)
Kinder gesamt: 12.800
davon untersucht: 6.600
in Prozent: 51 %
Die statistische Auswertung erfolgt nach Alter und nach Art der Einrichtung. Hier werden sogenannte Kernzielgruppen berücksichtigt, die auch für bundesweite Datenerhebungen und internationale Gesundheitsziele (WHO) bedeutsam sind.
- 2- bis 3-Jährige (Kinder in Kindertagesstätten bzw. Tagespflege)
- 6-Jährige (Kinder in Kindertagesstätten bzw. im ersten Schuljahr) und
- 12-Jährige (Kinder in Schulen).
Kindergärten Ilm-Kreis
61 Einrichtungen mit 4200 Kindern, 51% wurden untersucht.
13/14 12/13 11/12 10/11
Naturgesund: 74 % 72 % 71 % 70 %
Saniert: 6 % 6 % 5 % 5 %
Beh.bedürftig: 20 % 22 % 24 % 25 %
Im Vergleich zu den Vorjahren konnte bei den naturgesunden Gebissen erneut eine leichte Verbesserung (2 %) erreicht werden, die Sanierung der Milchgebisse stagniert und die Behandlungsbedürftigkeit ist ebenfalls leicht zurückgegangen (2 %).
2- bis 3-Jährige:
Im Schuljahr 2013/2014 wurden im Ilm-Kreis 53 % aller in dieser Altersgruppe gemeldeten Kinder untersucht. 86 % der Untersuchten hatte naturgesunde Gebisse, 1,3 % waren bereits zahnärztlich versorgt (saniert) und bei 12,8 % wurde eine Behandlungsbedürftigkeit festgestellt. 14,1 % der Kinder wiesen ein erhöhtes Kariesrisiko nach DAJ-Kriterien auf, im Vorjahr waren es noch 12,9 %.
Trotz der leichten Verschlechterung im vergangenen Schuljahr (1,2 %) konnte die frühkindliche Karies in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden. Im Schuljahr 2004/2005 gab es noch 21,4% Kinder mit Karies-Erfahrung.
In Thüringen (2012/2013) wiesen 12,4 % der Kinder frühkindliche Karies auf. Ursachen sind nach wie vor das zu lange Trinken aus der Nuckel-Flasche, ungesunde zuckerreiche Ernährung und ungenügende Zahnpflege. Um eine weitere Verbesserung zu erreichen, muss die Elternarbeit intensiviert werden (z. B. Workshops „Eltern putzen Kinderzähne!“ mit praktischer Anleitung).
6-Jährige
In dieser Altersgruppe wurden im Ilm-Kreis 69 % der Kinder erreicht. Ein naturgesundes Gebiss besaßen 49 % der untersuchten Vorschüler bzw. Erstklässler, ein saniertes 13 %. In 38 % der Fälle wurde eine zahnärztliche Behandlung empfohlen, das sind 2 % weniger als im Vorjahr. In Thüringen lag der Prozentsatz naturgesunder Gebisse im Schuljahr 2012/2013 bei 49,3 %.
Das für Deutschland formulierte Ziel, welches sich an WHO-Vorgaben orientiert, sieht vor, dass bis zum Jahr 2020 mehr als 80 % der 6-Jährigen mit kariesfreien Gebissen in Deutschland leben. Dieses Mundgesundheitsziel ist derzeit sowohl bundes- als auch landesweit noch nicht erfüllt.
Drei von 100 Kindern hatten im Durchschnitt bereits einen kariösen bleibenden Zahn, dabei war nur etwa die Hälfte der Zähne behandelt (Sanierungsgrad 55 %).
13,9 % der 6-Jährigen zählten zur Kariesrisiko-Gruppe.
Grundschulen Ilm-Kreis
23 Grundschulen mit 3100 Kindern, 83 % wurden untersucht.
13/14 12/13 11/12
Naturgesund: 40 % 38 % 40 %
Saniert: 20 % 21 % 20 %
Beh.bedürftig: 40 % 41 % 40 %
In den letzten Schuljahren hat sich im Grundschulbereich wenig geändert. Die Zahl primär gesunder Gebisse ist geringfügig angestiegen, die Behandlungsbedürftigkeit ist geringfügig gesunken. Die Sanierung kariöser Milchzähne ist mit 20 % nach wie vor unzureichend. Die Karieserfahrung der Grundschüler summiert sich auf 60 %.
Regelschulen und Gymnasien Ilm-Kreis
Im Ilm-Kreis gibt es derzeit 12 Regelschulen und 3 Gymnasien mit ca. 4.600 Schülern. Untersucht wurden die 6. und 9. Klassen (statistisch relevant). Die Vorsorgeuntersuchung liegt in diesem Schuljahr bei durchschnittlich 28 %.
RS -> Vorsorgeuntersuchung 30 %
Gymn. -> Vorsorgeuntersuchung 27 %
RS Gymn.
Naturgesund: 58 % 73 %
Saniert: 25 % 20 %
Beh.bedürftig: 17 % 7 %
Förderschulen Ilm-Kreis
An den 3 Förderschulen des Kreises werden 640 Schüler unterrichtet, davon wurden 88 % untersucht. Da diese Schulen als Risiko-Schulen gelten, werden alle Klassenstufen untersucht.
13/14 05/06
Naturgesund: 46 % 28%
Saniert: 24 % 31%
Beh.bedürftig: 30 % 41%
Bei den Förderschulen ist in den letzten Jahren eine deutliche Verbesserung zu verzeichnen, hauptsächlich im Bereich der primär gesunden Gebisse.
Kernzielgruppe bei den weiterführenden Schulen sind die 12-Jährigen.
53 % aller Schüler dieser Altersgruppe wurden untersucht. Davon wiesen 67 % kariesfreie Gebisse auf, 21 % waren saniert und 12 % hatten behandlungsbedürftige Zähne. Durchschnittlich besaßen die 12-jährigen Schülerinnen und Schüler weniger als einen kariösen, gefüllten oder fehlenden Zahn (DMF-T-Index = 0,74). Der Thüringen-Wert 2012/2013 lagt bei 0,66. Der Anteil zahnärztlich versorgter Zähne bei den 12-Jährigen betrug 73 % (Sanierungsgrad).
Gruppenprophylaktische Betreuung durch den ÖGD
Schuljahr 2013/2014 9,7 % (Vorjahr 9,7 %)
Diese Zahl bezieht sich auf die Fluoridlacktouchierungen, die an den Grund- und Förderschulen angeboten werden. Weitere gruppenprophylaktische Maßnahmen sind z. B. Unterrichtseinheiten im Rahmen des Heimat- und Sachkunde-Unterrichts zu Themen wie Zahnaufbau, gesunder Ernährung oder richtigem Zähneputzen. Dazu gehören auch Projekttage, wie der Tag der Zahngesundheit.
V. i. S. d. P. Manuel Löffelholz, Büro Landrätin