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04.06.2012

Umweltinformationen des Ilm-Kreis herausgegeben

Neben den Bereichen Naturschutz und Nachsorge stillgelegter Deponien im eigenen Wirkungskreis  werden im Umweltamt des Ilm-Kreises alle Aufgaben erfüllt, für die der Landkreis im übertragenen Wirkungskreis als untere Naturschutzbehörde, untere Wasserbehörde, untere Immissionsschutzbehörde, untere Abfallbehörde, untere Bodenschutzbehörde, und untere Chemikaliensicherheitsbehörde zuständig ist. Wie in jedem Jahr finden in den Informationen des Umweltamtes auch die Trinkwasserversorgung und die ehrenamtliche Naturschutzarbeit Beachtung.

Das umfangreiche Werk beinhaltet Informationen zu den Themen Naturschutz, Wasser- und Gewässerschutz, Immissionsschutz, Bodenschutz und Altlasten, Abfallrecht, die Tätigkeiten der unteren Chemikaliensicherheitsbehörde sowie die Förderung von Maßnahmen des Umwelt- und Naturschutzes.

Nachfolgend wird auf einige Besonderheiten aus dem Bereich des Naturschutzes der Umweltinformationen eingegangen.

Im Verlauf des letzten Jahres erfolgten zwischen der oberen und unteren Naturschutzbehörde Grenzabstimmungen für die geplante Ausweisung des Naturschutzgebietes (NSG) "Jonastal".

Die Untere Naturschutzbehörde beauftragte ein biologisches Fachbüro mit der Erstellung eines Schutzwürdigkeitsgutachtens für die "Schuchards-Wiese bei Arlesberg". Dieses Gutachten wird Ende 2012 vorliegen und Grundlage für die geplante Unterschutzstellung als geschützter Landschaftsbestandteil (GLB) nach § 29 Bundesnaturschutzgesetz sein.

Weiterhin wurde 2011 deutlich, dass der Ilm-Kreis Heimat einiger seltener Tierarten ist.
So konnte bei der Erfassung der Schnecken und Muscheln im NSG und gleichnamigen FFH-Gebiet "Pennewitzer Teiche - Unteres Wohlrosetal" durch Herrn Dr. Bößneck erstmals für diesen Naturraum ein Vorkommen der Bauchigen Windelschnecke (Vertigo moulinsiana) nachgewiesen werden (Art von gemeinschaftlichem Interesse nach Anhang II der FFH-Richtlinie). Von dieser hygrophilen Art sind in Thüringen bislang nur zwei individuenarme Populationen bekannt, beide in der Rhön. Außer in Mecklenburg-Vorpommern und im Nordteil Brandenburgs ist diese vom Aussterben bedrohte Art in ganz Deutschland außerordentlich selten.

Allerdings wurde bei der Untersuchung erstmals im Ilm-Kreis auch die Chinesische Teichmuschel (Sinanodonta woodiana) als Neubürger (Neozon) nachgewiesen. Wahrscheinlich wurden Exemplare dieser Art in die Teiche des NSG ausgesetzt, leben seit mindestens 6 Jahren dort und haben sich im Trüben Teich bereits nachhaltig vermehrt  (Schätzung von über 1.000 Tieren). Die Chinesische Teichmuschel ist eine überlegene Konkurrentin der einheimischen Großmuscheln und kann Fischkrankheiten übertragen. Deshalb wurde der Trübe Teich während des Winters abgelassen, um eine Reduzierung der Chinesischen Teichmuschel zu erreichen.

Auch die kleine Hufeisennase, eine gefährdete Fledermausart,  fühlt sich im Ilm-Kreis zu Hause. Im Rahmen des Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) wurde in 4 Sommer- sowie 10 Winterquartieren ein Monitoring durchgeführt. Der bereits in den vergangenen Jahren beobachtete Trend zur Wiederbesiedlung ehemals angestammter Vorkommensbereiche durch die Kleine Hufeisennase hat sich fortgesetzt.
Am 19. August 2011 fand die 6. Fledermausnacht in der Kirche Dosdorf statt. Ca. 200 Zuschauer nahmen an der Veranstaltung teil. Neben einem bunten Rahmenprogramm wurden für die Besucher die Aufnahmen von drei Infrarotkameras aus der Wochenstube im Kirchturm live auf eine Leinwand übertragen. Die nächste Fledermausnacht wird voraussichtlich  im August 2013 stattfinden.

Nicht ganz so rosig sieht es im Bereich des Vogelschutzes aus. Zwar wurden im vergangenen Sommer auf dem Langen Berg bei Gehren wieder 12 gezüchtete Auerhühner in die Freiheit entlassen. Eine sichtbare Stabilisierung des Bestandes ist jedoch bisher nicht erkennbar. Die Zunahme von Störungen in den betreffenden Waldgebieten, insbesondere in der Brutzeit gefährdet die Erhaltung dieser Art in Thüringen.

Die kompletten Umweltinformationen können ab dem 4. Juni auch im Internet unter www.ilm-kreis.de/umweltamt/umweltamt im Bereich Downloads abgerufen werden.

V. i. S. d. P. Manuel Löffelholz, Pressesprecher

Zur Pressekonferenz des Landratsamtes am 4. Juni wurden die Umweltinformationen 2011 vorgestellt, die über die Arbeit des Umweltamtes im vergangenen Jahr informieren.