Umweltverschmutzung als Verschluss-Sache
Der Vortrag dokumentiert, wie sich die DDR-Staatssicherheit bei der Ursachenaufklärung des verseuchten Flusses verhielt. Zur Sprache kommen auch die Regierungsverhandlungen zwischen den beiden deutschen Staaten zum Thema Vergiftung der Werra.
Außerdem werden weitere Umweltprobleme aus dem Thüringer Bereich thematisiert: unter anderem die Abwasser-Katastrophe am Hahnbach, die Luftverschmutzung durch das Kombinat Mikroelektronik Erfurt und die LPG in Nazza, die durch Gülle-Ablassen ein Ammoniak-Inferno auslöste. Die Stasi identifizierte einzelne Verursacher und setzte die Strafverfolgung in Gang. Die Geheimpolizei nutzte zudem politische Zersetzungsmaßnahmen, etwa gegen kirchliche Ökogruppen in Eisenach und Erfurt. Ein Beispiel dokumentiert, wie eine Weimarer Schülerin aus Protest gegen die Umweltverschmutzung ein Gedicht verfasste und dieses auf Handzetteln in Umlauf brachte. Auch sie geriet ins Blickfeld der Stasi.
Im Anschluss an den Vortrag folgt eine Archivführung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, im Anschluss einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen. Dafür ist ein gültiges Personaldokument erforderlich.
Termin: Dienstag, 05. April 2016
Beginn: 16:30 Uhr, mit anschließender Archivführung
Ort: BStU-Außenstelle Erfurt, Petersberg Haus 19, 99084 Erfurt
Der Eintritt ist frei.
V. i. S. d. P. Katharina Knoll, Büro Landrätin
In der Veranstaltungsreihe "Stasi-Akte spezial" geht es um die Umweltverschmutzung in der Werra und die Staatssicherheit. Katastrophale Verschmutzung, verschwiegene Zahlenwerte der Salzbelastung und Fischsterben in Folge.