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Weitere Wohnungen und Unterbringungsmöglichkeiten gesucht

Wie viele Menschen aus der Ukraine werden in den Ilm-Kreis kommen? Aktuell sind 401 Flüchtlinge registriert. Doch die Dunkelziffer ist hoch. Die Menschen kommen nicht nur zentral per Bus, sondern auch über private Kontakte in die Region. „Was wir brauchen, ist eine bessere Koordination der Flüchtlinge vom Land und Bund. Wir müssen verlässlich planen können“, betont Landrätin Petra Enders, freut sich aber auch über die breite Unterstützung in der Bevölkerung. 

„Wir haben viele Ehrenamtliche, die uns in ihrer Freizeit helfen“, sagt Petra Enders und verweist auf die sehr enge Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsnetzwerk Ilmenau, mit dem L‘amitié e.V. oder dem Integrationsdienst der Malteser. Aber auch die Frauen- und Familienzentren des Ilm-Kreises engagieren sich stark. Das Jobcenter bringt sich ebenfalls sehr intensiv ein, beispielsweise durch die Schaffung von Arbeitsgelegenheiten für Menschen, die Hartz IV beziehen. Hier wird wichtige und zielgerichtete Arbeit geleistet“, sagt Landrätin Petra Enders und bedankt sich für das herausragende Engagement.

Über 20 Menschen haben ihre Unterstützung bei Dolmetschertätigkeiten zugesagt. Gesundheitstransporte, aber auch Einkaufsdienste werden komplett ehrenamtlich gestemmt. Die Annahme von Sachspenden und deren Koordination gehören ebenso dazu, um nur einige zu nennen.

„Aktuell ist unser vorrangiges Ziel, die Menschen gut unterzubringen“, betont Landrätin Petra Enders, die einen internen Krisenstab gegründet hat, um die große Aufgabe zu bewältigen, die vor allem die Mitarbeiter*innen im Sozialamt und in der Ausländerbehörde vor zusätzliche Herausforderungen stellt.

Unterstützt wird der Ilm-Kreis von der Jugendherberge Ilmenau, dem Schülerfreizeitzentraum sowie dem Schullandheim Dörnfeld. Hier stehen insgesamt 230 Plätze zur Verfügung. Auch Pensionen in Gräfinau-Angstedt und Altenfeld haben ihre Unterstützung zugesagt. „Die Hilfsbereitschaft im Kreis ist groß, viele Privatpersonen haben sich gemeldet und Wohnraum angeboten“, sagt Landrätin Petra Enders.

Bis jetzt wurden 175 Wohnungen zur Verfügung gestellt, auch von Wohnungsgesellschaften. 31 private Wohnungen wurden bereits vermittelt, über 30 weitere private Wohnungen sind bereits besichtigt. Hier werden aktuell die Verträge zum Anmieten des Wohnraums vorbereitet. „Bis Ende der Woche wollen wir uns einen Zustand über die übrigen angebotenen Räumlichkeiten verschaffen, die Belegung bzw. Herrichtung veranlassen“, betont Landrätin Petra Enders, die für die Besichtigung vier Hausmeister, die sonst in den Schulen des Ilm-Kreises arbeiten, zur Unterstützung des Sozialamtes abgezogen hat. Sie sind auch für das Sanierungsteam vorgemerkt, denn die Wohnungen sind nicht alle bezugsfertig und müssen hergerichtet werden.

„Dennoch werden die Wohnungen nicht reichen. Bis zu 2.000 Flüchtlinge sind angekündigt, vorrangig Frauen mit Kindern, aber auch ältere Menschen. Das wird sicherlich nicht reichen, betrachtet man die aktuelle Lage in der Ukraine. Im Schnitt sind aller zwei Tage Busse mit ca. 50 Personen avisiert. Das ist ein sehr kurzer, schwer planbarer Zeitraum, in dem wir die Menschen unterbringen müssen“, sagt sie und appelliert an die Bevölkerung, auch weiterhin Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Das alles kostet Zeit, deshalb hat sich der Ilm-Kreis entschieden, auch Sammelunterkünfte anzubieten. Die Turnhalle des Staatlichen Berufsschulzentrums wird aktuell hergerichtet, um im Bedarfsfall bis zu 80 Menschen Raum zu bieten – vorübergehend, bis sie in Wohnungen weitervermittelt werden können.

Auch in Ilmenau ist mit der Ilmsporthalle eine weitere Sammelunterkunft geplant. Hier können 150 Menschen auf Zeit untergebracht werden. Aktuell laufen Abstimmungen mit Messebauern, um die Halle entsprechend ausstatten zu können, um die Grundbedürfnisse der Betroffenen zu erfüllen. Voraussichtlich nach Ostern sollte die Halle bezugsfertig sein.

„Für den Schul- und Vereinssport sind das schlechte Nachrichten. Das wissen wir. Wir sind aktuell auf der Suche nach Lösungen, können aber nicht garantieren, dass es Ausweichmöglichkeiten geben wird. Wir gehen davon aus, dass der Schulsport nach Ostern aufgrund der besseren Witterung wieder im Freien stattfinden kann“, sagt Landrätin Petra Enders und wirbt um Verständnis.

„Aktuell brauchen wir jede Hilfe, die wir kriegen können, egal, ob es um Unterstützung bei der Möblierung oder bei Tapezier- oder Fußbodenverlegearbeiten geht“, betont Petra Enders, die bereits bei den Kommunen um personelle Unterstützung aus den Bauhöfen angefragt hat. Aus Ilmenau und der VG Riechheimer Berg, aber auch aus Großbreitenbach und aus dem Amt Wachsenburg wurde bereits Unterstützung zugesagt.

Ehrenamtliche, die unterstützen möchten, können sich über das Netzwerk bei der Gleichstellungsbeauftragten des Ilm-Kreises, Nicole May, melden: E-Mail: n.may@ilm-kreis.de. Wer Wohnraum zur Verfügung stellen möchte, kann dies wie bisher über die Persönliche Referentin der Landrätin, Melanie Tippel, tun: E-Mail: m.tippel@ilm-kreis.de.

Portal zu Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfsangeboten

Um Informationen zu lokalen Hilfsangeboten für Flüchtlinge aus der Ukraine zu bündeln, hat das Landratsamt ein zentrales Portal eingerichtet. Hier besteht auch die Möglichkeit, privaten Wohnraum für geflüchtete Menschen anzubieten.

Unter www.ilm-kreis.de/ukraine können sich Bürgerinnen und Bürger zu Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfsangeboten informieren. 

Die Seite wird fortlaufend aktualisiert und ergänzt.


V. i. S. d. P. Anke Roeder-Eckert, Büro Landrätin