Welcome to Arnstadt
US-Automobilzulieferer eröffnete gestern sein zweites Werk /
Neue Teststrecke für Prototypen eingeweiht
Arnstadt wird zunehmend international. Der US-Konzern BorgWarner begrüßte gestern in Deutsch und Englisch seine Gäste. Das Gewerbegebiet ist weiter gewachsen. Und ein Ende vorläufig nicht in Sicht.
Von Wolf-Dieter Bose, ARNSTADT.
Erneut gab es im Gewerbegebiet "Erfurter Kreuz" Grund zum Feiern. Und wieder einmal ließ sich Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) die Chance nicht entgehen. Der Gastronomie- und Veranstaltungsservice Phoenix aus Erfurt hatte ein aufwendiges Buffet zusammengestellt: unter anderem mit den obligaten Bratwürsten und Rostbräteln, mit Rouladen, Thüringer Klößen, Schweinekeule und Sauerkraut einerseits, mit Knödeln, Basmati-Reis und Putensteak in Honig-Senf-Marinade andererseits. "Eben eine Mischung von einheimischer Küche und Kostproben aus aller Welt", meint der kulinarische Veranstaltungschef Lars Pappe. Eben international, wie es im Arnstädter Gewerbegebiet zugeht. Für rund 280 Personen war eingedeckt - für die Mitarbeiter und ihre Gäste.
Fast auf den Tag genau - am 28. Januar - vor fünf Jahren hatte mit der Grundsteinlegung für das erste Werk alles begonnen. Viel Lob gab es gestern zu hören, für die Unterstützung durchs Land und die Stadt, die LEG, das Arnstädter Bildungswerk und die Arbeitsagentur, die für das gut ausgebildete Fachpersonal sorgten. 187 Mitarbeiter
sind es derzeit hier in Arnstadt, weitere 70 sollen bis 2010 folgen. Der Konzern hat die Entscheidung, nach Arnstadt zu gehen, nie bereut. Das sieht BorgWarner-Geschäftsführer Matthias Uhrig ebenso wie Präsident und General Manager Bernd Matthes. Und die aus dem "flachländischen" Niedersachsen stammende Werkleiterin Michele Zimmermann zeigte sich auch noch sehr angetan von dem historischen Städtchen und der herrlichen Landschaft mit ihren Bergen und Burgen.
Mit dem neuen Werk II wurde die Produktionsfläche auf 10.000 Quadratmeter verdoppelt. Baubeginn hierfür war im Januar 2007, im November die Übergabe. Der Umzug der Maschinen war nicht einfach, er erfolgte aus der vollen Produktion heraus - von Weihnachten an bis zu Neujahr. Michele Zimmermann wollte auf der gestrigen Feier eine Reihe von Anekdoten aus der Bauzeit zum Besten geben, doch die Arbeiten verliefen relativ problemlos. Dennoch erzählte sie von 40 Grad Hallentemperatur, aber keine Möglichkeit, Fenster und Türen zu öffnen. Dass die Pausen im Betrieb mit den Fahrern der Rüttelwalzen abgesprochen werden mussten, weil sonst die empfindlichen Produktionsanlagen gestört wurden. Sie erinnerte an die Tage, "als die Mitarbeiter im Winterpelz in ihren Büros saßen, weil die Fenster eingesetzt wurden". Und sie sprach davon, dass die Holzpaneele den herrlichen Blick auf die
Wachsenburg versperrt hatten. Doch das alles ist jetzt vorbei. Gestern wurde neben der Halle und den Büros auch die neue Teststrecke für die Autoprototypen eingeweiht.
Bis auf die Vorführung der Image-Präsentation passte alles bestens. Doch Werkleiterin Michele Zimmermann zeigte Frauenpower und nahm die Sache mit Humor. "Ich hoffe, dass unsere Produktion nicht so stockend abläuft wie der Film." Quelle: Thüringer Allgemeine
29.01.08 - Landrat Dr. B. Kaufhold gratuliert Werkleiterin Dr. Michele Zimmermann zur Eröffnung des Neubaus
Foto: S. Lenk