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06.08.2008

Zur Bergung von Kindern und Tieren aus unhygienischen Wohnverhältnissen in Ilmenau

Am 22. Juli 2008 wurden durch die Amtstierärztin Frau Diplomveterinärmedizinerin Hinke-Brückmann und einem Tiergesundheitskontrolleur des Landratsamtes ein Haus in Bahnhofsnähe in Ilmenau zwangsweise betreten. Vorherige Kenntnisse und erneute Hinweise hatten den Verdacht verstärkt, dass hier Tiere unter tierschutzwidrigen Bedingungen gehalten würden.
Das Bild, das sich den Mitarbeitern bot, überstieg jede Befürchtung. In fast allen Räumen der Wohnung vegetierten Tiere in erbärmlichem Zustand. Die Tiere waren fast alle sehr abgemagert, krank und von Parasiten befallen.
Tierkot war in fast allen Räumen der Wohnung verteilt. Teilweise musste die Öffnung der Räume durch die Polizei erfolgen.
Insgesamt wurden ca. 60 Tiere vorgefunden: 17 Hunde, 4 Katzen, 24 Vögel, 15 Kleinsäuger. Zwei Katzenkadaver lagen seit längerer Zeit in der Wohnung, im Keller wurden Hühner gehalten.
In dieser Situation lebten auch zwei Kinder. Das sofort herbeigerufene Jugendamt nahm die Kinder, die jedoch keine Anzeichen von Verwahrlosung aufzeigen, in einstweilige Obhut.

Alle Tiere wurden durch das Veterinäramt vorübergehend in den Tierheimen Ilmenau und Arnstadt sowie im Schülerfreizeitzentrum Ilmenau untergebracht. Hier wurden sie durch einen Tierarzt untersucht und die wichtigsten medizinischen Maßnahmen eingeleitet. Trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass im Nachgang noch ein Welpe und zwei Katzen starben.

Gegenüber den Wohnungsinhabern wurde mittlerweile ein gänzliches Tierhalteverbot ausgesprochen. Die Wohnung wurde versiegelt und einer Schädlingsbekämpfung unterzogen.

An der Aktion waren letztlich außer dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt und dem Jugendamt auch das Gesundheitsamt des Landkreises sowie das Ordnungsamt der Stadt Ilmenau, das Amtsgericht und die Polizei Ilmenau beteiligt.

Der Beigeordnete Rainer Zobel machte deutlich, dass er solche Zustände, wie hier vorgefunden, noch nie gesehen habe, und er sprach allen an der Räumung Beteiligten seine volle Anerkennung aus.

V. i. S. d. P. Dr. Michael Schaefer, Pressesprecher